Medikamentöse Onkologie

Innovative Spitzenmedizin

Die medikamentöse Therapie ist ein wichtiger Bestandteil bei der Behandlung von Brustkrebserkrankungen und gynäkologischen Tumorerkrankungen. Diese umfasst unterschiedliche Medikamente, die sich im ganzen Körper verteilen (systemisch wirken) und Tumorzellen überall im Körper angreifen können. Welche Behandlung bei Ihnen gewählt wird, hängt davon ab, ob es sich um eine vorbeugende (adjuvante) Therapie handelt, um das Auftreten von Metastasen zu verhindern oder ob Metastasen in ihrem Wachstum gehindert werden sollen (palliative Therapie).

In unserer Sprechstunde für komplexe/medikamentöse Tumortherapie und onkologischen Sprechstunde beraten wir Sie umfassend über die Möglichkeiten medikamentöser Therapien, deren Integration in den Behandlungsplan sowie mögliche Nebenwirkungen. Auch über die Möglichkeit der Behandlung im Rahmen klinischer Studien mit Zugang zu neuen Medikamenten informieren wir Sie gerne. In unserer Interdisziplinären Onkologischen Tagesklinik (IOT) erfolgt anschließend die überwiegend ambulante Durchführung der medikamentösen Therapien. Die IOT ermöglicht dabei nicht nur innovative onkologische Spitzenmedizin, sondern auch eine behagliche, freundliche Atmosphäre, in der sich unsere Patientinnen in einer belastenden Lebensphase gut aufgehoben fühlen können.

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Prof. Dr. Jens Huober

Leiter Brustzentrum und konservative gynäkologische Onkologie

Kontakt & Terminvergabe

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Sie erreichen uns telefonisch:
Mo bis Do: 07.30 - 16.00 Uhr
Fr: 07.30 - 14.00 Uhr

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Interdisziplinäre Onkologische Tagesklinik (IOT)

Die im November 2015 neu bezogene Interdisziplinäre Onkologische Tagesklinik (IOT) bietet eine geschützte Einheit mit drei Behandlungszimmern und insgesamt 19 Behandlungsplätzen in ruhiger und angenehmer Atmosphäre. In der IOT werden jährlich ca. 8000 Therapien durchgeführt. Je nach Therapiekonzept erhalten Sie in unserer IOT Chemotherapien, Antikörpertherapien, Anti-Hormontherapien, Immuntherapeutika sowie Medikamente, die in den Knochenstoffwechsel eingreifen.

Individuelle Betreuung

Vor Behandlungsbeginn werden Sie über das Therapiekonzept, die Wirkungsweise und die Nebenwirkungen ausführlich aufgeklärt. Zusammen mit dem Team der Studienzentrale bieten wir Ihnen zudem die Möglichkeit, neue innovative Therapien im Rahmen von klinischen Studien zu erhalten. Ihre Betreuung erfolgt durch unser erfahrenes Team der Chemotherapieambulanz. Der Leiter der Abteilung, Professor Dr. Jens Huober, ist ein international anerkannter Spezialist für medikamentöse Krebsbehandlung. Die Sie betreuenden Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte sind speziell für die Tumortherapie geschult und begleiten Sie durch die für Sie schwierige Zeit. Unser Ziel ist es, die Therapie gemeinsam mit Ihnen zu meistern. Dabei ist es uns wichtig, Nebenwirkungen zu vermeiden oder zumindest zu lindern, um Ihnen die Therapie so angenehm wie möglich zu machen. Wir können Ihnen bei Bedarf eine psychoonkologische Unterstützung oder eine Beratung durch den Sozialen Beratungsdienst des Universitätsklinikums vor Ort in der IOT anbieten. Weiterhin gibt es in der IOT die Möglichkeit einer Ernährungsberatung durch eine dafür speziell ausgebildete Ernährungsberaterin. Kosmetikseminare und Yogakurse sind weitere Angebote unserer Onkologischen Tagesklinik.

Wir sind rund um die Uhr für Sie da

Natürlich sind wir auch in der Zeit zwischen den Therapien bei Fragen oder Problemen rund um die Uhr für Sie erreichbar. Auch wenn die IOT geschlossen ist, können Sie sich nachts oder an den Wochenenden an die Notfallambulanz der Frauenklinik wenden. Sie erhalten dort schnell Hilfe.

Wir sind uns der Ängste und Belastungen bewusst, die eine Krebserkrankung und deren Behandlung für Sie und Ihr familiäres Umfeld mit sich bringen kann. Deswegen ist uns neben einer qualitativ hochwertigen Behandlung ein für Sie geschütztes, behütendes Umfeld wichtig und vor allem, dass Sie sich bei uns gut aufgehoben fühlen.

Medikamentöse Therapien

Neben der Operation und Strahlentherapie stellt die medikamentöse Therapie eine wichtige Säule der Krebsbehandlung dar. Welche dieser Behandlungsmöglichkeiten in welcher Reihenfolge für Sie notwendig sind, ist individuell sehr unterschiedlich. Damit Sie die für Ihre Situation optimale Therapie erhalten, wird die Therapieempfehlung im Rahmen einer interdisziplinären Tumorkonferenz festgelegt. Hier sitzen Spezialisten verschiedener Fachrichtungen zusammen und erarbeiten eine für Sie maßgeschneiderte Therapie.

Das Ziel der Chemotherapie ist es, das Wachstum von Krebszellen im Körper zu verhindern. Bei einer Chemotherapie wirken die Medikamente (Zytostatika) in erster Linie auf sich teilende Zellen. Bei den Zytostatika handelt es sich um Zellgifte, die in den Zellteilungsprozess eingreifen. Sie stoppen entweder das Wachstum der Zellen oder verhindern die weitere Vermehrung. Da sich Tumorzellen häufig teilen, werden diese eher angegriffen als normales Gewebe. Die im Körper vorhandenen bösartigen Zellen können durch chemotherapeutische Medikamente gezielt vernichtet oder im Wachstum gehemmt werden.

Die Durchführung einer Chemotherapie ist nicht bei jeder Krebserkrankung notwendig. Bei einer Brustkrebspatientin ist die Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie zum Beispiel abhängig von den Eigenschaften des Brustkrebs (Tumorbiologie), seiner Größe, dem Lymphknotenbefall und der individuellen Situation (Alter, Vorerkrankungen etc.). Unsere Experten beraten Sie hierzu gerne ausführlich.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Die meisten Patientinnen haben viele Ängste bezüglich der Verträglichkeit einer Chemotherapie. Das ist völlig normal. Die Nebenwirkungen einer Chemotherapie (z. B. Übelkeit) können heutzutage aber durch eine Vielzahl unterstützender Therapien verhindert oder zumindest abgemildert werden, so dass Sie auch während einer Chemotherapie einen möglichst normalen Alltag leben können.

Erhalt der Fruchtbarkeit vor eine Chemotherapie (Fertilitätserhalt)

Auch wenn es zunächst bei der Diagnose einer Krebserkrankung um die spezifische Therapie und Heilung der Erkrankung geht, ist für viele Frauen und Männer wichtig, nach ihrer Behandlung Eltern werden zu können. Da einige Medikamente eine Einschränkung der Fruchtbarkeit (Fertilität) verursachen können, bieten unsere Kolleginnen und Kollegen des Kinderwunschzentrums Betroffenen schon vor der Krebsbehandlung Zeit und Raum für Beratungen zu diesem Thema an.

Weitere Informationen zum Thema Fertilitätserhalt finden Sie auf der Seite unseres Kinderwunschzentrums UniFee.

Die meisten bösartigen Tumore der Brust sind hormonabhängig. Dies bedeutet, dass weibliche Geschlechtshormone (Östrogene) wachstumsfördernd auf den Tumor wirken. Der Entzug oder das Blockieren von weiblichen Geschlechtshormonen kann daher das Wachstum dieser Tumorzellen verlangsamen oder stoppen. Ob ein Tumor hormonabhängig ist, ermitteln unsere Kolleginnen und Kollegen der Pathologie an bereits zur Diagnosesicherung entnommenem Tumorgewebe. Dabei wird untersucht, ob sogenannte Hormon-Rezeptoren (Östrogen- oder Progesteronrezeptoren = Empfängerstrukturen für weibliche Geschlechtshormone) an der Oberfläche der Tumorzellen vorliegen. Abhängig von der jeweiligen Situation der Patientin und dem Menopausenstatus (vor oder nach den Wechseljahren) können wir verschiedene Hormonpräparate gezielt einsetzen. Über die verschiedenen endokrinen Therapien beraten wir Sie gerne und finden die für Ihre persönliche Situation passende Therapie.

Behandlung mit Antiöstrogenen

Antiöstrogene blockieren die Hormonrezeptoren und verdrängen die Östrogene von den Hormon-Rezeptoren. Oder sie sorgen dafür, dass die Hormonrezeptoren runterreguliert werden und verloren gehen. Zu dieser Gruppe gehören die Präparate Tamoxifen und Fulvestrant.

Behandlung mit Aromatasehemmern

Aromatasehemmer blockieren das Enzym Aromatase und verhindern damit die körpereigene Bildung von Östrogen. Gängige Medikamente sind Letrozol, Anastrozol und Exemestan. Der Einsatz von Aromatasehemmer ist nur bei Patientinnen mit einer Brustkrebserkrankung nach den Wechseljahren möglich.

Behandlung mit GnRH-Analoga

Bei Patientinnen vor den Wechseljahren können wir durch die Unterdrückung der Eierstockfunktion erreichen, dass keine Östrogene im Körper mehr gebildet werden. Vorteil dieser medikamentösen Therapie ist, dass der Eierstock nach Absetzen des Medikamentes seine Funktion wieder aufnehmen kann. Alternativ können wir diese Wirkung auch durch eine operative Entfernung der Eierstöcke erzielen. Diese ist im Gegensatz zur medikamentösen Therapie allerdings nicht reversibel.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Häufigste Nebenwirkungen sind die sogenannten klimakterischen Symptome wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche, trockene Schleimhäute. Darüber hinaus können Gelenkbeschwerden auftreten. Bei der Therapie mit Aromatasehemmern kann es außerdem zu einer Verringerung der Knochendichte kommen.

Bisphosphonate oder Denosumab sind Medikamente, die durch eine Hemmung der knochenabbauenden Zellen den Knochenstoffwechsel positiv beeinflussen. Diese Medikamente setzen wir bei Patientinnen mit Knochenmetastasen ein, um den Knochen zu stärken und Komplikationen wie zum Beispiel Knochenbrüche oder andere Knochenkomplikationen zu verhindern oder zumindest zu verzögern. Darüber hinaus werden diese knochenschützenden Medikamente angewendet, um die Knochendichte zu bewahren und einen Knochenschwund (Osteoporose) zu verhindern. Denn gerade die häufig bei Brustkrebs eingesetzten endokrinen Therapien können durch den dadurch bedingten Östrogenmangel die Knochendichte vermindern und auch zu Osteoporose führen. Möglicherweise verhindern diese knochengerichteten Therapien auch das Auftreten von Knochenmetastasen bei Patientinnen mit Brustkrebs. Dazu sind diese Medikamente allerdings bisher noch nicht zugelassen.

Neben der Chemotherapie bieten wir die Möglichkeit an, Eiweißstoffe (sogenannte Antikörper) als Tumortherapie einzusetzen. Allerdings benötigen diese Medikamente für ihre Wirkungen bestimmte Voraussetzungen und können nicht bei jeder Patientin angewendet werden. Für viele Antikörpertherapien ist der Nachweis eines bestimmten Proteins auf der Oberfläche einer Krebszelle erforderlich. Nur in diesen Fällen kann dieses Medikament erfolgreich eingesetzt werden. Antikörper können die Zellteilung verhindern, präsentieren die Tumorzellen dem körpereigenem Immunsystem oder verhindern die Neubildung von Gefäßen, die für das Tumorwachstum benötigt werden.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Die meisten Patientinnen vertragen diese besondere Therapieform sehr gut, deshalb eignet sich diese Behandlung auch für eine längere Therapiedauer. Bei den ersten Infusionen können grippeähnliche Symptome oder auch Fieber auftreten, da das körpereigene Abwehrsystem angeregt wird. Bestimmte Körperfunktionen sollten besonders beobachtet werden, denn auch die Antikörpertherapie kann Auswirkungen auf das Herz, den Blutdruck oder die Nieren haben.

Immuntherapien helfen dem körpereigenen Immunsystem, Krebszellen wiederzuerkennen und zu zerstören. Andere Medikamente sollen Resistenzen rückgängig machen, die Tumorzellen gegen bestimmte Therapien entwickelt haben oder verhindern, dass diese Resistenzen überhaupt auftreten. Der Einsatz einiger dieser Medikamente erfolgt bereits mit gutem Erfolg bei anderen Tumorarten. Auch bei Patientinnen mit Brustkrebs und gynäkologischen Tumorerkrankungen werden diese neuen Therapien nun in Studien untersucht. Sie können sicher sein, dass Sie in unserer IOT immer die neuesten und effektivsten Therapien auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft erhalten!

In den letzten Jahren wurden viele neue Medikamente entwickelt, die oft noch nicht im klinischen Alltag eingesetzt werden können. Wir können Ihnen diese innovativen Therapien aber im Rahmen von klinischen Studien ermöglichen. Dazu haben wir in der IOT die Unterstützung unserer Studienzentrale und arbeiten außerdem unter dem Dach des Comprehensive Cancer Centers Ulm mit der Phase 1 Studieneinheit (ECTU, early clinicals trial unit) eng zusammen. 

Angebote für Krebspatientinnen

In Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Gesellschaft DKMS LIFE bieten wir regelmäßig Kosmetikseminare für Krebspatientinnen an. In einem rund zweistündigen Seminar erhalten die Teilnehmerinnen Tipps zur Gesichtspflege und zum Schminken. Unter dem Motto „look good feel good“ zeigt eine Kosmetikexpertin, wie die äußeren Folgen der Therapie kaschiert werden können. Neben den Tipps erhalten die Teilnehmerinnen eine Tasche mit Kosmetik- und Schminkutensilien.

Anmeldung:
Aktuelle Termine und telefonische Anmeldung unter Telefon 0731 500-58640. Die Teilnahme ist kostenlos. Das Seminar ist offen für alle Krebspatientinnen, die sich in Chemotherapiebehandlung befinden.

Weiterführende Informationen:
DKMS LIFE gGmbH
www.dkms-life.de