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Die Rehabilitation
Im Jahre 1986 hatten die Kliniken für Orthopädie und Neurologie gemeinsam mit der Verwaltung beschlossen, eine eigene Abteilung für die Nachbehandlung orthopädischer und neurologischer Krankheitsbilder zu eröffnen. Die Einrichtung erhielt damals den Namen „LZ 3“. Ziel der Einrichtung war es, Patient*innen umfassend von den fachspezifischen Polikliniken, über eine hoch spezialisierte Akutbehandlung bis hin zur medizinischen und schließlich beruflichen Rehabilitation therapieren zu können. Bereits in den Gründungszeiten führten häufiger orthopädische Indikationen zur Rehabilitation als neurologische Erkrankungen. Daher lag die Leitung der Rehabilitation auch damals schon unter orthopädischer Leitung in Vertretung des Ärztlichen Direktors, Prof. Dr. med. Wolfhart Puhl.
Seit Juni 1995 ist Dipl. Sportlehrer Dr. med. Rainer Eckhardt der Ärztliche Direktor. Er übernahm die Abteilung genau zu jenem Zeitpunkt, als der geplante Umbau und damit die Renovierungsmaßnahmen des damals bezeichneten Rehabilitationskrankenhauses Ulm bereits konkrete Züge angenommen hatten. Damit wurde der Grundstein des heutigen modernen Therapiebereichs gelegt.
Im Laufe der Jahre entwickelte sich die heutige Klinik für Rehabilitationsmedizin kontinuierlich weiter. Heute besteht sie aus den Bereichen:
- Sektion orthopädische Rehabilitation
- Sektion neurologische Rehabilitation
- Abteilung medizinisch-berufliche Rehabilitation
- Abteilung berufliche Rehabilitation
Die tiefe fachliche Verflechtung und intensive Kooperation der beiden Akutbereiche mit der Klinik für Rehabilitationsmedizin ermöglichen es, Spitzenleistung in medizinischer und beruflicher Therapie, Rehabilitation und mittlerweile auch in der Prävention durchzuführen.
Um den stetig wachsenden Patientenzahlen weiter gerecht werden zu können, wurde im Frühjahr 2004 der gesamte Therapiebereich neu konzipiert und für die Zukunft auf dem neuesten Stand ausgebaut – mit einem modernen Ambiente, in welchem sich die Patient*innen mehr als wohl fühlen können.
In der Klinik sind derzeit unter der ärztlichen Leitung von Dr. Eckhardt insgesamt 75 Therapeut*innen beschäftigt, darunter Physiotherapeut*innen, Sportwissenschaftler*innen, Masseure, Masseurinnen und medizinische Bademeister*innen, Ergotherapeut*innen und Logopäd*innen sowie Ärztinnen/Ärzte, Psycholog*innen, Sozialarbeiter*innen, Ernährungsberater*innen und Pflegefachkräfte.
Die Bedeutung der Rehabilitation
Die Zunahme chronischer Erkrankungen, die demographische Entwicklung mit dem ansteigenden Anteil älterer Menschen in der Gesamtbevölkerung und die gleichzeitig verlängerte Lebensarbeitszeit führen zu einem zunehmenden Bedarf an Rehabilitation, die den Ansprüchen des Menschen an sein alltägliches Leben und den beruflichen und gesellschaftlichen Aktivitäten Rechnung zu tragen hat. Um den Vorgaben des Gesetzgebers „Reha vor Rente“ und „Reha vor Pflege“ zu genügen, wurden im §10 SGB I die gesetzlichen Vorgaben geschaffen, die jedem von Behinderung bedrohten Bundesbürger einen Anspruch auf Rehabilitation zusichern, um ihn möglichst gut in Familie, Beruf und Gesellschaft wieder einzugliedern.
In der Klinik für Rehabilitationsmedizin werden ganztägig ambulante und stationäre Rehabilitationsverfahren für Erkrankungen der Haltungs- und Bewegungsorgane und nach Schlaganfällen durchgeführt. Grundlage ist dabei der ganzheitliche und interdisziplinäre Ansatz, der die physischen, psychischen und sozialen Aspekte der Rehabilitation beinhaltet. Analog zu den im Akutbereich behandelten Erkrankungen werden unterschiedliche Krankheitsbilder behandelt:
Einen großen Anteil nehmen dabei degenerative und entzündungs- bzw. stoffwechselbedingte muskuloskelettale Krankheiten ein. Hierzu gehören beispielsweise Abnutzungen der peripheren Gelenke (Arthrose), degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule (z.B. Bandscheibenvorfall, Wirbelgleiten), infektionsbedingte Krankheiten (z.B. Gelenkinfektion) und rheumatische Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen.
Zudem werden die Folgen von Verletzungen der Bewegungsorgane, etwa Frakturen, von Muskelverletzungen oder eines Verlusts von Gliedmaßen behandelt.
Schließlich spielt die Rehabilitation im Bereich der neurologischen Erkrankungen, vor allem des Schlaganfalls, eine wichtige Rolle. Hier sind Lähmungen, Koordinations- und Sensibilitätsstörungen, Schluck-, Sprach- und Sprechstörungen sowie kognitive Störungen zu erwähnen.
Der Schwerpunkt des Rehabilitationskonzeptes liegt dabei stets auf der Förderung der Eigenaktivitäten, der langfristigen Ausbildung von Verhaltensänderungen, sowie einer ganzheitlichen Reintegration in das Alltags- und Berufsleben. Dazu werden zu Beginn des Rehabilitationsprozesses Einschränkungen der Körperfunktionen und Körperstrukturen, der Aktivitäten sowie soziale und berufliche Benachteiligungen erfasst und durch die umfassenden Möglichkeiten der Klinik im Sinne einer ganzheitlichen Rehabilitationsstrategie therapiert.
Der Vorteil besteht im Behandlungsansatz „von der Diagnostik über die Akuttherapie bis zur medizinischen und beruflichen Rehabilitation einen gesamthaften Bogen zu spannen“.

