Traumalabor

Nach einem schweren Trauma kommt es zu einer systemischen Entzündungsantwort unterschiedlichen Ausmaßes, was unter anderem für die Todesfolge nach Trauma verantwortlich sein kann.
Um die Versorgung von schwer verletzten Patienten zu verbessern, erforschen wir zelluläre und molekulare Mechanismen der posttraumatischen Entzündungsreaktion und deren Auswirkung auf verschiedene Organsysteme wie das Herz und die Lunge. Dabei ist unser Ziel die Optimierung von Diagnostik und Therapiestrategien.
Nach schwerem Trauma kann es neben der Schädigung lebenswichtiger Organe bei kompromittierter körpereigener Abwehr zu einer Blutvergiftung, einer sogenannten Sepsis, kommen. Die Zahl der Sepsisfälle ist in den letzten Jahren gestiegen. Bei der Sepsis handelt es sich um eine lebensbedrohliche Infektion, einen medizinischen Notfall, in dessen Folge es zu einem Versagen eines oder mehrerer Organsysteme kommen kann. Insbesondere die Erforschung der septischen Kardiomyopathie und des septischen akuten Lungenversagens liegen in unserem Forschungsfokus.

Der enge räumliche und persönliche Kontakt zwischen dem Team der Klinik für Unfallchirurgie und den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Traumalabors ermöglicht in idealer Weise den Transfer von klinischen Fragestellungen in die Labore und umgekehrt und ermöglicht somit die translationale  und retranslationale Forschung.

Nationale und internationale Kooperationen mit Grundlagenwissenschaftlern und Klinikern sowie die Vernetzung innerhalb der Universität Ulm vor allem im Rahmen des SFB1149 stellen wichtige Ressourcen unserer Forschung dar.

Publikationen

  1. Kalbitz M, Schwarz S, Weber B, Bosch B, Pressmar J, Hoenes FM, Braun CK, Horst K, Simon TP, Pfeifer R, Störmann P, Hummler H, Gebhard F, Pape HC, Huber-Lang M, Hildebrand F; TREAT Research Group. Cardiac Depression in Pigs after Multiple Trauma - Characterization of Posttraumatic Structural and Functional Alterations. Sci Rep. 2017 Dec 19;7(1):17861.
  2. Braun CK, Kalbitz M, Halbgebauer R, et al. Early structural changes of the heart after experimental polytrauma and hemorrhagic shock. Plos One. 2017; 12(10).
  3. Kalbitz M, Amann EM, Bosch B, et al. Experimental blunt chest trauma-induced myocardial inflammation and alteration of gap-junction protein connexin 43. PLoS One. 2017; 12(11):e0187270.
  4. Fattahi F* KM, Malan EA, Abe E, Jajou L, Huber-Lang M, Bosmann M, Russell MW, Zetoune FS, Ward PA *equally contributed. Complement-induced Activation of MAPKs and Akt during Sepsis: Role in Cardiac Dysfunction. Faseb Journal. 2017; accepted.
  5. Kalbitz M, Fattahi F, Grailer JJ, et al. Complement-induced activation of the cardiac NLRP3 inflammasome in sepsis. FASEB J. 2016.
  6. Kalbitz M, Pressmar J, Stecher J, et al. The Role of Troponin in Blunt Cardiac Injury After Multiple Trauma in Humans. World J Surg. 2016.
  7. Kalbitz M, Karbach M, Braumueller S, et al. Role of Complement C5 in Experimental Blunt Chest Trauma-Induced Septic Acute Lung Injury (ALI). PLoS One. 2016; 11(7):e0159417.

Promotionsthemen

  1. Im Traumalabor der Klinik für Unfallchirurgie ist ab 15. Februar 2018 eine Doktorarbeit (Dr. med.) zum Thema septische Kardiomyopathie zu vergeben.
  2. Im Traumalabor der Klinik für Unfallchirurgie ist ab 15. März 2018 eine Doktorarbeit (Dr. med.) zum Thema Trauma-induzierte kardiale Depression zu vergeben.

Die Bewerber/innen sollten Interesse an experimenteller Arbeit, Begeisterung für wissenschaftliches Arbeiten sowie Team- und Kommunikationsfähigkeit mitbringen. Eine Teilnahme am „Experimentelle Medizin“ Programm der Universität Ulm ist erwünscht und wird unterstützt (http://www.uni-ulm.de/einrichtungen/mm/programs/expmedizin/).

Impressionen aus der Forschung