Unfallchirurgische Translationale und Experimentelle Forschung
Ein schweres Trauma löst eine komplexe systemische Reaktion aus, an der das Immun-, Gefäß-, Stoffwechsel- und Gerinnungssystem beteiligt sind. Diese Reaktionen sind entscheidend für die Begrenzung der Gewebeschädigung und die Einleitung von Reparaturprozessen. Gerät die Regulation jedoch aus dem Gleichgewicht, können eine anhaltende Entzündungsreaktion, eine Fehlregulation des Immunsystems, Infektionen, Organversagen und eine Sepsis entstehen. Zu verstehen, warum Patientinnen und Patienten nach vergleichbaren Verletzungen unterschiedliche Krankheitsverläufe entwickeln, ist daher eine zentrale Herausforderung der modernen Traumamedizin.
Unsere Forschung konzentriert sich auf die molekularen und zellulären Mechanismen, die die Reaktion auf ein schweres Trauma bestimmen. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die Immunregulation, Entzündungsprozesse, und die Kommunikation zwischen verschiedenen Organen. Wir untersuchen, wie angeborene und adaptive Immunantworten mit Gewebeschädigung und systemischen Einflussfaktoren zusammenspielen und dadurch den weiteren Verlauf – von der Genesung bis hin zur Entwicklung schwerwiegender Komplikationen – beeinflussen. Durch die Verbindung klinischer Studien mit experimentellen Modellen und modernen molekularbiologischen Analysen wollen wir Biomarker, zugrunde liegende Mechanismen und therapeutische Ansatzpunkte identifizieren, die eine frühzeitigere Risikoeinschätzung und eine individuellere Behandlung ermöglichen.
Vom Labor zu Patientinnen und Patienten – und zurück
Ein zentrales Prinzip unserer Arbeit ist die bidirektionale translationale Forschung. Die enge Integration der Professur für Unfallchirurgische Translationale und Experimentelle Forschung innerhalb der Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie ermöglicht es, klinisch relevante Fragestellungen experimentell zu untersuchen und wissenschaftliche Erkenntnisse in klinisch relevante Ansätze zu überführen.
Unsere Forschung ist in ein starkes interdisziplinäres Netzwerk innerhalb der Universität Ulm und darüber hinaus eingebettet. Im Rahmen des Sonderforschungsbereichs SFB 1149 untersuchen wir die molekularen, zellulären und systemischen Mechanismen der Reaktion auf ein schweres Trauma und deren Bedeutung für Regeneration und Krankheitsverlauf. Als Teil der DFG-Forschungsgruppe FOR 5417 erforschen wir systemische Mechanismen nach einem Trauma, unter anderem die Kommunikation zwischen Organen und die Rolle extrazellulärer Vesikel, mit dem Ziel, verbesserte diagnostische und therapeutische Strategien zu entwickeln. Unsere Mitarbeit an BioFACTORy, einem Horizon-Europe-Projekt, erweitert dieses Forschungsprofil in Richtung regenerativer Medizin und der Entwicklung skalierbarer, KI-gestützter Ansätze für fortschrittliche zellbasierte Therapien.
Diese Kooperationen verbinden Traumaimmunologie, Systembiologie, translationale Medizin und regenerative Medizin. Gemeinsames Ziel ist es, mechanistische Erkenntnisse in verbesserte diagnostische Verfahren, individualisierte Therapien und letztlich bessere Behandlungsergebnisse für schwerverletzte Patientinnen und Patienten zu überführen.

Leitung

Univ.-Prof. Dr. phil. nat. Borna Relja
Leitung Unfallchirurgische Translationale und Experimentelle Forschung
FOR5417/1
Translational Polytrauma Research to Provide Diagnostic and Therapeutic Tools for Improving Outcomes
www.dfg-for5417.de
Arbeitsgruppenleiter*innen
Postdocs
Medizinische Doktorand*innen
Technische Angestelle
ehemalige Mitarbeitende

Chahinaz Rawas
TA
Neue Stellenausschreibungen
Wissenschaftliche Hilfskraft gesucht
Medizinische Doktorand*innen gesucht
- Dynamisches Immunmonitoring bei Diabetikern mit Infektion des Diabetischen Fuß
- Dynamisches Immunmonitoring und Interaktion adaptives, angeborenes Immunsystems im Polytrauma
Abschlussarbeiten (BSc, MSc), Praxissemester, Praktika
- Wir bieten fortlaufend Abschlussarbeiten (BSc, MSc) sowie Praxissemester in den Bereichen Molekulare Medizin, Biologie und verwandten Fachrichtungen an. Als Studierende haben Sie dabei die Möglichkeit, in verschiedenen experimentellen und translationalen Projekten der unterschiedlichen Arbeitsgruppen mitzuwirken. Bei Interesse freuen wir uns über eine Bewerbung mit Lebenslauf und Motivationsschreiben an helen.rinderknecht@uniklinik-ulm.de.
Bewerbungen mit Lebenslauf und Motivationsschreiben können per Email an folgende Adresse gerichtet werden:
Video der medizinischen Fakultät
Trauma Lab (English)
Translational and Experimental Trauma Research
Severe trauma triggers a complex systemic response involving the immune, vascular, metabolic, and coagulation systems. While these responses are essential for limiting injury and initiating repair, their dysregulation can contribute to persistent inflammation, immune dysfunction, infection, organ failure, and sepsis. Understanding why patients follow different trajectories after apparently similar injuries is therefore a central challenge in modern trauma medicine.
Our research focuses on the molecular and cellular mechanisms that govern the response to severe trauma, with particular emphasis on immune dysregulation, inflammation, coagulation, and organ crosstalk. We investigate how innate and adaptive immune responses interact with tissue injury and systemic factors to determine recovery or the development of complications. By combining clinical studies with experimental models and advanced molecular analyses, we aim to identify biomarkers, mechanisms, and therapeutic targets that can support earlier risk assessment and more individualized treatment.
From the laboratory to the patient — and back
A central principle of our work is bidirectional translational research. The close integration of Translational and Experimental Trauma Research within the Department of Trauma, Hand, Plastic and Reconstructive Surgery enables clinically relevant questions to be investigated experimentally and scientific discoveries to be translated into clinically meaningful approaches.
Our research is embedded in a strong interdisciplinary network at Ulm University and beyond. Within the Collaborative Research Centre SFB 1149, we investigate the molecular, cellular, and systemic mechanisms underlying the response to severe trauma and their implications for recovery and regeneration. As part of the DFG Research Unit FOR 5417, we study systemic post-traumatic mechanisms, including organ crosstalk and extracellular vesicles, with the aim of developing improved diagnostic and therapeutic strategies. Our work in BioFACTORy, a Horizon Europe project, further connects our research with regenerative medicine and the development of scalable, AI-supported approaches for advanced cell-based therapies.
Together, these collaborations connect trauma immunology, systems biology, translational medicine, and regenerative medicine, with the common goal of translating mechanistic insights into improved diagnostics, individualized therapies, and better outcomes for patients with severe injury.
video of the medical faculty (English)






































































