Schwerpunkt Prostatakarzinom

Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern und eine der häufigsten krebsbedingten Todesursachen in Deutschland. Im Jahr 2015 starben 13.900 Männer an den Folgen dieser Erkrankung. Die Häufigkeit der Erkrankung nimmt mit steigendem Lebensalter zu. Patienten mit einem diagnostizierten Prostatakarzinom befinden sich in der Regel lebenslang in urologischer Behandlung oder Nachsorge. Sie haben sicher viele Fragen in Bezug auf Früherkennung, Diagnostik und Therapiemöglichkeiten.

Wir sind spezialisiert auf die Behandlung des Prostatakarzinoms nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Leitlinien. Die Deutsche Krebsgesellschaft hat unsere hohe Behandlungsqualität mit der Zertifizierung als Prostatakarzinomzentrum bestätigt. Unser kompetentes und erfahrenes Team steht Ihnen im Rahmen unserer Spezialsprechstunde zur Therapieplanung oder zur Einholung einer Zweitmeinung gerne zur Verfügung.

 

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Prof. Dr. med. Christian Bolenz

Ärztlicher Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie

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Dr. med. Jan-Thorsten Klein

Leitender Oberarzt

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Dr. med. Robert de Petriconi

Oberarzt

Sprechstundentermine

Telefon 0731 500-54777

Sie erreichen uns telefonisch:
Montag bis Freitag: 7:30 – 14:30 Uhr

Symptomatik, Diagnostik und Therapie

In frühen Stadien bleibt das Prostatakarzinom meist unbemerkt. Glücklicherweise ist es durch die moderne Früherkennung gelungen, den Prostatakrebs häufig rechtzeitig zu erkennen. Im späteren Verlauf kann es je nach Lokalisation und Ausdehnung des Tumors zu den unterschiedlichsten Symptomen kommen. Die Erkrankung kann die Lebensqualität dann durch Beschwerden beim Wasserlassen, Blut im Urin oder Schmerzen im Bereich des Beckens einschränken.

 

Die Entscheidung, welche diagnostischen Untersuchungen bei Ihnen notwendig sind, ist abhängig vom individuellen Risiko des Patienten und den zur Verfügung stehenden Therapieoptionen. Eine fachärztliche Beratung ist hierbei zentraler Bestandteil. Untersuchungen, die die Behandlungsentscheidung nicht beeinflussen, können normalerweise vermieden werden. Die Bestimmung des Serum-PSA-Wertes zusammen mit der individuellen Vorgeschichte sowie der rektalen Tastuntersuchung und ggf. einer Ultraschalluntersuchung (transrektale Ultraschalluntersuchung; TRUS) werden bei der Früherkennung häufig eingesetzt.
Die Behandlung ist dann abhängig von der Art des Tumors, dem Allgemeinzustand des Patienten und seiner persönlichen Präferenz, sofern zwischen verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten ausgewählt werden kann.
Zu unserem Behandlungsspektrum zählen:

  • Ausführliche und individuelle Beratungsgespräche
  • Umfassende Diagnostik mit hochauflösenden bildgebenden Verfahren, inklusive der Fusionsbiopsie (MRT und TRUS) der Prostata
  • Individuelles Therapiekonzept entsprechend Ihren Bedürfnissen und Wünschen
  • Radikale Prostataoperation (-entfernung)
    • Offen-chirurgisch
    • laparoskopisch robotisch-assistiert (Da Vinci® SI-System)
    • nerv- und gewebeschonende Operationstechniken
  • Systemtherapie (medikamentös und Chemotherapie) bei lokal fortgeschrittener und/oder metastasierter Erkrankung:
    • Hormontherapie in Tablettenform
    • Intravenöse Chemotherapie in unserer interdisziplinären Onkologischen Tagesklinik
    • Radionuklid-/Radioligandentherapie (Radium-223, Lutetium-177-PSMA) in Kooperation mit der Nuklearmedizin
    • Supportivtherapie (z.B. Knochenschutz, Bluttransfusion, Ernährungstherapie)
    • Neueste Therapieformen im Rahmen von klinischen Studien
  • Enge interprofessionelle Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern
    • Klinik für Strahlentherapie
    • Klinik für Innere Medizin
    • Klinik für Nuklearmedizin
    • Sozialmedizin
    • Psychoonkologie
    • Ernährungsberatung

 

Patienteninformationen

Je nach Risikosituation und Gesundheitszustand ergeben sich beim Prostatakarzinom zumeist mehrere Behandlungsalternativen. Dazu zählt die Operation, die Bestrahlung sowie ggf. eine medikamentöse Behandlung. Gelegentlich besteht auch die Möglichkeit der sog. Aktiven Überwachung von Prostatakrebs, bei der die Erkrankung zunächst regelmäßig beobachtet wird und keine aktive Behandlung erfolgen muss. Wir empfehlen Ihnen eine ausreichende Bedenkzeit für Ihre Therapieentscheidung und falls Sie unsicher sind, die Einholung einer Zweitmeinung. Eine Entscheidung kann nur aufgrund einer individuellen Beratung im vertraulichen Arztgespräch erfolgen. Eine gute zusätzliche Beratung bietet die Entscheidungshilfe Prostatakrebs (einen Zugangscode können Sie von Ihrem behandelnden Urologen erhalten); sowie die Seiten der Deutschen Gesellschaft für Urologie. Diese können helfen, Unsicherheiten zu reduzieren und die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten besser zu verstehen.

Im Rahmen einer vorstationären Vorbereitung werden alle Ihre Fragen in einem ausführlichen Aufklärungsgespräch beantwortet. Im Zuge dessen werden Sie auch beim Narkosearzt in unserer Klinik für Anästhesiologie vorgestellt. Nach der Operation beträgt der Krankenhausaufenthalt ca. 1 Woche. Während des stationären Aufenthaltes findet ein Gespräch für eine eventuelle Anschlussheilbehandlung, die Sie wahrnehmen können, statt.

Links

Der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe (BPS) e. V
www.prostatakrebs-bps.de
Neue internetbasierte Informations- und Entscheidungshilfe für Patienten mit nicht-metastasiertem Prostatakrebs


AWMF-Leitlinie:
Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms
 www.awmf.org

European Association of Urology
uroweb.org/guideline/prostate-cancer/


Reha- und AHB-Kliniken für Patienten mit Prostatakarzinom
www.prostatakrebs-bps.de/medizinisches/spezialkliniken-und-aerzte/171-reha-und-ahb-kliniken