Sektionen und Arbeitsgruppen

Studien und Projekte

Abstract

Die aktuelle Situation der COVID-19-Pandemie ist für uns alle unbekannt und vor allem für Beschäftigte im Gesundheitssektor mit Belastungen unterschiedlicher Art verbunden: Überbelastung von Intensivbetten durch COVID-19-Patienten, Leerstände ganzer Stationen und Praxen, Unsicherheiten bezüglich des Verlaufes der Pandemie, Ängste um die eigene Gesundheit, Belastung durch die schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Familie und viele mehr.
Unterschiedliche Studien zeigen, dass während Epidemien wie bspw. SARS oder MERS Beschäftigte in den Gesundheitsberufen besonders belastet und auch bzgl. der psychischen Gesundheit ausgesprochen gefährdet sind. Gleichzeitig haben aber auch viele von ihnen strukturelle, soziale wie auch ganz persönliche Ressourcen, aus denen sie Kraft und Unterstützung erhalten.
Um die aktuellen Belastungen und Ressourcen während der Covid-19-Pandemie in einer breiten Stichprobe zu erfassen und so möglichst rasch zielgerichtete Hilfe für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen in und nach der Krise anbieten zu können, hat unsere multidisziplinäre Arbeitsgruppe der Universitätsklinika Erlangen, Bonn und Ulm eine Onlinebefragung entwickelt.

Studienziel

Ziel der Studie ist es, spezifische Belastungen und Ängste im Rahmen der COVID-19-Krise (z.B. Angst, sich zu infizieren, Belastung durch veränderte Aufgaben...) wie auch Quellen der persönlichen Resilienz im strukturellen, sozialen und spirituellen Bereich zu identifizieren und  ggf. resultierende Stresssymptome wie Schlafstörungen, aber auch Hinweise auf Traumatisierung, Depression, Angsterkrankungen und deren Ausprägung zu erfassen. Gleichzeitig sollen Arbeitsbedingungen sowie Aspekte zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie und Ressourcen erfragt werden. Anhand der Daten sollen mögliche Zusammenhänge zwischen Belastungen/Ressourcen und mentaler Gesundheit/Lebensqualität  sowie mögliche Unterschiede zwischen Geschlechtern/Fachgebieten/Settings identifiziert werden. Auch wollen wir typische Verläufe von Bewältigungsprozessen untersuchen.
Dazu sollen Daten einer derzeit laufenden Erhebungswelle analysiert werden und prospektiv eine zweite und dritte Erhebungswelle erfolgen. T1 läuft bereits mit aktuell N > 5000, T2 ist für September 2020 geplant und wird ggf. angepasst nach Maßgabe des weiteren Pandemieverlaufs. Weiterführende qualitative Interviews sind ebenfalls geplant.

Studienleitung
  • Prof. Dr. med. Yesim Erim (Sprecherin) und Dr.rer.medic. Dipl. Psych. Dipl. Theol. Eva Morawa, Psychosomatische und Psychotherapeutische Abteilung, Universitätsklinikum Erlangen
  • Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Franziska Geiser, Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und Prof. Dr.med. Lukas Radbruch, Klinik für Palliativmedizin, Universitätsklinikum Bonn
  • PD Dr. med. Petra Beschoner und PD Dr. bio.hum. Lucia Jerg-Bretzke, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinikum Ulm
Studienablauf

Seit Mitte April erfolgt die Datenerhebung online in anonymisierter Form. Die erfassten Daten lassen keinen Rückschluss auf die jeweiligen Personen zu, die Zusammenführung im Längsschnitt erfolgt anhand eines anonymen Codes.
Ein positives Ethikvotum und Zustimmung des Datenschutzbeauftragten liegen vor.

Bislang haben über 5000 Beschäftigte im Gesundheitssektor den Fragebogen online komplett ausgefüllt.

Kooperationspartner*innen
  • Prof. Dr. Christian Albus, Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Universitätsklinikum Köln
  • Prof. Dr. Kerstin Weidner, Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
  • Prof. Dr. Christoph Herrmann-Lingen, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinikum Göttingen
  • Prof. Dr. Hans Drexler, Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Betriebsärztliche Dienststelle, Univ. Erlangen-Nürnberg,
  • Prof. Eberhard Hauschildt, Institut für Praktische Theologie, Universität Bonn
  • Prof. Dr. Thomas Kühlein, Allgemeinmedizinisches Institut, Universitätsklinikum Erlangen Klinikum Forchheim – Fränkische Schweiz
  • Prof. Dr. Christian Maihöfner, Neurologische Klinik, Klinikum Fürth
  • Dr. Irmgard Pfaffinger, Berufsverband der Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie e.V.
  • Prof. Dr. Ceren Acartürk, Koc University Istanbul, Türkei
Hintergrund der Studie

Wissenschaftliche Studien belegen, dass Epidemien und Pandemien, wie beispielsweise die H1N1-Pandemie 2009 zu einer Zunahme psychischer Belastungen bei medizinischem Personal führen (Matsuishi 2012, Maunder 2006). Erste Daten zu psychischen Belastungen von Arbeitnehmern im Gesundheitswesen während des SARS-CoV-2 Ausbruchs und der damit einhergehenden Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19) in China weisen in dieselbe Richtung und berichten von enormen mentalen Belastungen bis hin zu Schlafstörungen, Depressionen, Angststörungen (Huang 2020) und posttraumatischen Belastungsstörungen (Liu 2020, Sun 2020). Hinsichtlich prädiktiver Faktoren für hohe Belastungsausprägung identifizierten Brooks et al. (2018) Arbeitsbedingungen wie u.a. die Art der Tätigkeit, ob Kontakt mit Infizierten besteht, Maßnahmen zur Vorbereitung der Mitarbeiter auf die Situation (Brooks 2018). Soziale Isolation bzw. soziale Unterstützung und Kontrollverlusterleben waren weitere spezifische Faktoren, die mit erhöhter psychischer Belastung einhergingen (Brooks 2018). Medizinisches Personal, das während der SARS-Epidemie 2003 in Bereichen mit hohem Infektionsrisiko eingesetzt war, zeigte deutlich häufiger Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung, als Personal in weniger risikobehafteten Bereichen (Wu 2009).
Die COVID-19-Pandemie stellt inzwischen auch Europa vor große Herausforderungen. Durch die rasche Zunahme der Infektionen mussten in den Kliniken weitreichende Veränderungen in den Arbeitsabläufen durchgeführt werden (Notbetrieb). Die Zahl der COVID-19-Patienten in den Kliniken steigt, ebenso die Zahl der intensivpflichtigen Verläufe und auch die Zahl der Todesfälle durch COVID-19. Dies stellt hohe Anforderungen an das Personal im Gesundheitswesen. Um den dadurch bedingten mentalen Belastungen und Krisen sowohl präventiv als auch therapeutisch während und nach der Krise begegnen zu können, braucht es eine fundierte Abschätzung der spezifischen Belastungen und der Prävalenz um daraus zielgerichtete Hilfsangebote ableiten zu können.

Studienleitung Ulm

Profilbild von PD Dr. med. Petra Beschoner

PD Dr. med. Petra Beschoner

Oberärztin | Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie | Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie | Leiterin Verhaltenstherapeutische Behandlungsgruppe

Profilbild von Priv.-Doz. Dr. Lucia Jerg-Bretzke

Priv.-Doz. Dr. Lucia Jerg-Bretzke

Abstract

Gesundheit, Entstehung und Verlauf von Krankheiten sind durch sehr verschiedene Faktoren bestimmt. Insbesondere das berufliche Umfeld formt eine Vielzahl dieser Faktoren sowohl im positiven Sinne wie die Chance, Anerkennung zu erfahren, kreativ und produktiv zu sein, soziale Kontakte zu knüpfen und als Ressource zur Bewältigung belastender Situationen zu verwenden. Aber auch im negativen Sinne, wenn die aus vielfältigen Anforderungen bestehende, modern verdichtete Arbeitswelt zum Beispiel Gefühle von Überforderung oder Entfremdung erzeugt. Gerade in den vielfältigen Arbeitsbereichen der Krankenhäuser und Klinika, die in den letzten Dekaden einem enormen Wandel insbesondere bei den Arbeitsbedingungen zum Beispiel durch Kostendämpfungsmaßnahmen vollzogen haben, fehlt jedoch ein systematisiertes betriebliches Gesundheitsmanagement, welches die verschiedenen Faktoren auf den unterschiedlichen Ebenen günstig beeinflussen kann. Ziel: Das Ziel dieses zweistufigen Verbundprojektes ist es, eine komplexe Intervention basierend auf verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen zu entwickeln, deren Wirksamkeit zu prüfen und in die Anwendung zu bringen. Vorgehen: In Phase I (2 Jahre) werden die folgenden fünf Interventionsbausteine (Teilprojekte 1.A-E) jeweils einzeln entwickelt, je nach Format und Studienlage unterschiedlich evaluiert, sowie Strategien für deren nachfolgende Implementierung erprobt:

Teilprojekt 1.A: Sensibilisierung oberer Führungskräfte (Chefärzte/innen und Pflegebereichsleitungen) für das betriebliche Gesundheitsmanagement in der Klinik, Teilprojekt verortet an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf - Centre for Health and Society (CHS) – Institut für Arbeits-, Sozial-, und Umweltmedizin, Projektleitung: PD. Dr. A. Müller

Teilprojekt 1.B Wege aus krankmachenden Zwickmühlen - Dilemmakompetenz für mittlere Führungskräfte im Gesundheitswesen. Teilprojekt verortet am Universitätsklinikum der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Zentrum für Psychosoziale Medizin (ZPM), Institut für Medizinische Psychologie, Projektleitung: Prof. Dr. J. Schweitzer-Rothers

Teilprojekt 1.C Stärkung der verhältnispräventiven und interprofessionellen Führungskompetenz von mittleren Führungskräften zur Reduktion der psychischen Belastung ihrer Mitarbeiter im Krankenhaus; Teilprojekt verortet an der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen, Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Projektleitung: Dr. F. Junne

Lebensphasenspezifische Interventionen im mittleren und höheren Lebensalter:

Teilprojekt 1.D Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Krankenhaus zur Reduktion der psychischen Belastung von Betroffenen und Teams, Teilprojekt verortet am Universitätsklinikum der Universität Ulm, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Projektleitung: Dr. Eva Rothermund

Teilprojekt 1.E Gesund Altern im Pflegeberuf (GAP) – Entwicklung und Evaluation eines Interventionsbausteins zur Förderung erfolgreichen Alterns im Beruf. Teilprojekt verortet am Universitätsklinikum der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Klinik für Allgemeine Innere Medizin. Projektleitung: Dr. I. Maatouk

Teilprojekt 2: In Phase II (Jahre 3+4) erfolgt an drei Klinikstandorten die partizipative Implementierung der oben genannten Bausteine zu einer komplexen Intervention. Deren Wirksamkeit bezüglich des Wohlbefindens wird in einer clusterrandomisierten Studie evaluiert. Die Ergebnisse werden genutzt, um Manuale für die zukünftige Implementierung anzufertigen und für eine Diskussion auf gesundheitspolitischer Ebene. Projektleitung Prof. Dr. Harald Gündel

Teilprojekt 3: Ein Phase I und II übergreifendes betriebswirtschaftliches Teilprojekt unterstützt die Veränderung in den Krankenhäusern und entwickelt Kennzahlen (z.B. Arbeitgeberattraktivität, Produktivität), um den Erfolg verhaltens- und verhältnispräventiver Maßnahmen auch in der für Entscheidungsträger relevanten Größen zu messen. Verortet an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Lehrstuhl für BWL, insb. Organisation und Personal. Projektleitung Prof. Dr. Stefan Süß

Gesamtkoordination

Profilbild von Prof. Dr. med. Harald Gündel

Prof. Dr. med. Harald Gündel

Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Laufzeit

09/2017 - 09/2021

Verbundpartner

Universitätsklinikum Ulm, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Universitätsklinikum Heidelberg, Universitätsklinikum Tübingen

Abstract

Hintergrund: An der Schnittstelle zwischen betriebsärztlicher Betreuung und bestehenden ambulanten Angeboten der Versorgung von Menschen mit psychischer Erkrankung entstehen neue Versorgungsmodelle. Triebfeder ist die wachsende Bedeutung psychischer Erkrankungen für Wirtschaft und Gesellschaft. Zwei große Unternehmen (Daimler AG, Standort Sindelfingen und Untertürkheim, CASSIDIAN, Standort Ulm) haben in Kooperation mit Psychosomatischen Kliniken vor Ort eine „Psychosomatische Sprechstunde im Betrieb“ in Form eines Konsiliarmodells eingerichtet. Fragestellung: Diesen neuen Versorgungsbaustein untersuchen wir in der vorliegenden Studie mit der Fragestellung: Bestehen Unterschiede hinsichtlich soziodemographischer Daten, klinischer und psychometrische Merkmale zwischen Patienten, welche die innerbetriebliche Sprechstunde nutzen im Vergleich zu Patienten der etablierten ambulanten Erstversorgung? Beurteilen die Werksärzte diesen Baustein als förderlich? Wo sehen sie Veränderungsbedarf? und Profitieren die Patienten vom neuen Versorgungsbaustein? Methodik: Die Untersuchung findet im Raum Ulm und im Raum Stuttgart statt mit jeweils einer etablierten Ambulanz an der psychosomatische Klinik und einer „Psychosomatische Sprechstunde im Betrieb“ (n=280). Wir setzen etablierte Instrumente ein (PHQ-SADS, SF-12, WAI, MBI, IS), sowie standardisierte Fragen zu Symptomdauer, Anzahl der bisherigen Kontakte zum Versorgungssystem und weiteren. Mittels uni- und multivariater Analysen untersuchen wir die Daten quantitativ, die qualitative Analyse der Experteninterviews erfolgt in Anlehnung an die Inhaltsanalyse nach Mayring. Ziel und Perspektive: Wir erwarten, mit dem niedrigschwelligen Angebot am Arbeitsplatz Betroffene deutlich früher zu erreichen als im bisherigen Versorgungssystem. Unser Ziel ist, die „Psychosomatische Sprechstunde im Betrieb“ optimal an die Patientenpräferenzen und die betriebsärztliche Betreuung anzupassen. Mit den Erkenntnissen der explorativen Untersuchung planen wir diesen neuen Versorgungsbaustein auch in einer kontrollierten Studie (RCT) bezüglich seiner Wirksamkeit zu untersuchen.

Kooperationspartner

Cassidian Standort Ulm, Betriebsmedizinischer Dienst Ltd. BA Dr. Mauss, Wörthstr. 85, 89077 Ulm und Landshuterstr. 26, 85716 Unterschleissheim

Daimler AG Werksärztlicher Dienst, D. Mayer,Werk Sindelfingen, 71059 Sindelfingen, Dr. H. Schmidt Ltd. WA, Werk Untertürkheim, 70546 Stuttgart

Prof. Dr. H. Gündel, Ärztlicher Direktor, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Ulm

PD Dr. M. Hölzer Geschäftsbereich Psychosomatische Medizin des ZfP Südwürttemberg und Ärztlicher Direktor der Sonnenbergklinik, Christian-Belser-Straße 79, 70597 Stuttgart

PD Dr. R. Kilian, Leiter der AG Versorgungsforschung, Uni Ulm,BKH Günzburg, Ludwig-Heilmeyer-Straße 2, 89312 Günzburg

Prof. Dr. M. A. Rieger, Ärztliche Direktorin, Institut für Arbeits- und Sozialmedizin, Universitätsklinikum Tübingen, Wilhelmstraße 27, 72074 Tübingen

Projektleitung
Profilbild von Dr. med. Eva Rothermund

Dr. med. Eva Rothermund

Oberärztin | Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Laufzeit

2011 - 2013

gefördert durch die

Nachwuchsakademie Versorgungsforschung, Baden-Württemberg

Abstract

Hintergrund: Gesundheitsmanagement im Betrieb (BGM) benötigt nicht nur die Unterstützung der Führungskräfte eines Unternehmens, sondern auch deren engagiertes Mitwirken. Bei vielen der Führungskräfte besteht daher der Wunsch, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit eigener und fremder psychischer Belastung u.a. durch verbesserte Kenntnisse über psychische Gesundheit zu verbessern und mehr Sicherheit auch im praktischen, alltäglichen Umgang mit betroffenen Mitarbeitern zu gewinnen. Entsprechende Schulungen helfen hierbei, Grundverständnisse zu vermitteln und eine Enttabuisierung des Themas zu unterstützen. Gleichzeitig kann eine Psychosomatische Sprechstunde im Betrieb (PSIB) helfen, betroffenen Mitarbeitern schnellstmöglich entsprechende Hilfe zukommen zu lassen. Ein solches kombiniertes Angebot (spezifische FK-Schulung plus Sprechstunde im Betrieb) wird seit Anfang 2016 schrittweise bei der Firma Bosch im Rahmen einer Gesamtbetriebsvereinbarung aufgebaut.
Fragestellung: Untersucht werden soll im zeitlichen Verlauf die Veränderung  1) der Einstellungen und Fähigkeiten geschulter Führungskräfte im Umgang mit psychischer Erkrankung und 2) der mittelfristige Gesundheitszustand der betroffenen Mitarbeiter nach Konsultation der Sprechstunde im Betrieb.
Methodik: In Zusammenarbeit mit dem Betriebsärztlichen Dienst und der Sozialberatung: 1) Durchführung und Evaluation einer eintägigen Schulung zur Sensibilisierung bzw. Entstigmatisie-rung psychischer Erkrankungen (für alle Führungskräfte, Betriebsräte, Vertrauensleute und Mitarbeiter der Personalabteilung) sowie die Etablierung einer regelmäßig stattfindenden Fallbesprechungsgruppe und zusätzlicher Angebote zur Vertiefung des Themas. 2) Weiter wird eine Psychosomatische Sprechstunde im Betrieb (PSIB) eingerichtet und evaluiert werden.
Ziel und Perspektiven: Zur Beantwortung der Fragestellung sollen die Effekte der Führungskräfteschulung zunächst quantitativ evaluiert werden. Weiter sollen qualitativ Rahmenbedingungen wie Betriebskultur und -klima, spezielles Setting der Schulungen usw. analysiert und ihr Einfluss auf die Akzeptanz und Effektivität der Schulungen untersucht werden. Ebenso sollen Akzeptanz und längerfristigen Wirksamkeit einer PSIB evaluiert werden. Vor allem durch einen qualitativen Zugang soll so ein Leitfaden zur Einführung eines umfassenden BGM erstellt werden.

Kooperationspartner

PD Dr. M. Hölzer Geschäftsbereich Psychosomatische Medizin des ZfP Südwürttemberg und Ärztli-cher Direktor der Sonnenbergklinik, Christian-Belser-Straße 79, 70597 Stuttgart

Bosch Werksärztlicher Dienst, Dr. med. F. Papenfuß, Werk Schillerhöhe, Robert-Bosch-Platz 1, 70839 Gerlingen

M. Eisele, Gesundheitsmanagement (C/MED), Robert-Bosch Platz 1, 70839 Gerlingen

Bosch Sozialberatung, M. Noe-Bertram, Werk Schillerhöhe, Robert-Bosch-Platz 1, 70839 Gerlingen

Bosch BKK;  Vertrieb und regionale Partnernetzwerke, Kruppstraße 19, 70469 Stuttgart

Projektleitung

Profilbild von Prof. Dr. med. Harald Gündel

Prof. Dr. med. Harald Gündel

Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Laufzeit

2016 - 2019

in Kooperation mit
Abstract

Eine Krebserkrankung konfrontiert nicht nur den Patienten mit einer Vielzahl psychosozialer Belastungen, sondern auch seinen Partner. Dies ist besonders bei hämatoonkologischen Erkrankungen der Fall, die durch lange Krankheitsverläufe, invasive Behandlungen und mögliche schwerwiegende Komplikationen gekennzeichnet sind. Psychoonkologische Interventionen für die Partner von hämatoonkologischen Patienten sind bislang kaum entwickelt bzw. evaluiert.

Das Ziel der vorliegenden Studie ist es, eine psychoonkologische Gruppenintervention für Partner von hämatoonkologischen Patienten zu entwickeln. Die Intervention soll die psychische Belastung reduzieren und die paarbezogene Krankheitsverarbeitung unterstützen. Es handelt sich dabei um eine Pilotstudie, die an zwei onkologischen Zentren durchgeführt wird.

Die Gruppenintervention besteht aus fünf thematischen Sitzungen und wird von erfahrenen Psychotherapeuten und Psychoonkologen durchgeführt. Die Teilnehmer und die Patienten werden sowohl vor als auch nach der Durchführung der Intervention einen Fragebogen zu den Zielkriterien (z.B. Depressivität, Ängstlichkeit sowie paarbezogenes Coping) ausfüllen. Zudem soll jede einzelne Sitzung von den Teilnehmern evaluiert werden.

Die Intervention startet im Oktober 2017.

Dies ist eine der ersten Studien, die sich mit der Entwicklung und Auswertung einer psychoonkologischen Intervention für Partner beschäftigt.  Exemplarisch wird sie zunächst an einer Gruppe von Partnern hämatoonkologischer Patienten pilotiert und hinsichtlich ihrer Machbarkeit überprüft. Grundsätzlich soll sie aber auch auf andere Tumorentitäten anwendbar sein. Auf Grundlage der Pilotstudie ist hierzu eine randomisierte-kontrollierte Studie geplant. 

Beteiligte Mitarbeiter in Ulm

Inga Lorenz, Daniela Bodschwinna, Lisa Popp

Studienleitung

Universität Leipzig, Department für Psychische Gesundheit
Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie

Dr. Jochen Ernst, Nina Hallensleben, M. Sc.

 

Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Ulm
Dr. Klaus Hönig, Daniela Bodschwinna, M. Sc., Inga Gerdau, Dipl.-Psych., Prof. Dr. Harald Gündel

Laufzeit

05/17 – 04/18 (12 Monate)

gefördert durch die

Deutsche José Carreras Leukämie – Stiftung e.V. (Förderungsnummer: DJCLS 23R/2016)

Abstract: In diesem Projekt untersuchen wir die Auswirkungen von frühen Vernachlässigungs- und Misshandlungserfahrungen von Müttern auf die Bindungsbeziehung zwischen Mutter und Kind von Geburt bis zum ersten Lebensjahr des Kindes. Wir wollen besser verstehen, welchen Einfluss eigene Kindheitserfahrungen auf die Weitergabe an die nächste Generation haben und welche biologischen und psychovegetativen Marker für die Weitergabe verantwortlich sein könnten.

Das Teilprojekt WPII der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie beschäftigt sich speziell mit dem Oxytocin-Rezeptor-System sowie der autonomen Balance zwischen Sympathikus und Parasympathikus von Mutter und Kind. Dabei arbeiten wir translational im Tierexperiment gemeinsam mit der Abteilung Zoologie und Entwicklungsneurobiologie an frühkindlichen Stressmodellen sowie klinisch gemeinsam mit der klinischen und biologischen Psychologie an Blutzellen von Mutter und Kind. Gemeinsam mit der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie untersuchen wir psychovegetative Reaktionen zwischen Mutter und Kind.

Beteiligte Studienzentren:
Universitätsklinikum Ulm

  • Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie
  • Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Universität Ulm
Institut für Psychologie und Pädagogik, Klinische und Biologische Psychologie

Deutsches Jugendinstitut München e.V.

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Institut für Biologie/Abteilung Zoologie und Entwicklungsneurobiologie

Projektleitung
Prof. Dr. Jörg M. Fegert

Projektfinanzierung
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Projektträger: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.

Projektlaufzeit
06/2013-12/2016

Abstract: In diesem Projekt untersuchen wir die Einflüsse von psychosozialem Stress während eines Auslandseinsatzes von Soldaten auf die kardiovaskuläre Gesundheit. Dazu führen wir psychometrische Untersuchungen als auch experimentelle Stressuntersuchungen vor und nach einem Auslandseinsatz durch. Wir wollen neuroendokrine und molekularbiologische Marker identifizieren, die langfristig für die Entstehung von z.B. Hypertonie oder Atherosklerose bei Soldaten verantwortlich sein könnten.

Projektfinanzierung:  Zivil-Militärischer Verbundantrag zwischen dem Bundeswehrkrankenhaus Ulm und der Universität Ulm: Entwicklung regenerativer Therapieansätze zur Behandlung von erworbenen Gewebe- und Funktionsdefekten

Projektlaufzeit: 09/2015-09/2018

Beteiligte Studienzentren:

  • Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Bundeswehrkrankenhaus Ulm
  • Institut für Psychologie und Pädagogik, Klinische und Biologische Psychologie

Teilprojektleiterin

Profilbild von Prof. Dr. med. Christiane Waller

Prof. Dr. med. Christiane Waller

Leiterin Klinische Molekulare Psychosomatik

Abstract: Das Oxytocin-Rezeptor-System spielt eine wichtige Rolle in der neurobiologischen Vermittlung von zwischenmenschlicher Bindung. Wir untersuchen dieses Neuropeptid und seinen Rezeptor in Zusammenhang mit zwischenmenschlichen Bindungsstörungen bei Patienten mit Colitis ulcerosa. Wir wollen verstehen, ob Colitis-Patienten mit Bindungsstörungen ein erhöhtes Risiko haben, einen Colitis-Schub zu erleiden und ob diese proinflammatorischen Effekte Oxytocin-vermittelt sind.

Projektfinanzierung:  Forschungsstipendium Jantschek des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Projektlaufzeit: 02/2015-02/2018

Beteiligte Studienzentren:

  • Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Klinik für Innere Medizin I, Universitätsklinik Ulm
  • Universitätsklinik Oslo, Norvegen
  • Universität Innsbruck, Österreich, Lehrstuhl für Klinische Psychologie
  • Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie, Universitätsklinik Essen
  • Prof. Dr. phil. Anna Buchheim, Institute of Psychology, University of Innsbruck, Austria

Teilprojektleiterin

Profilbild von Prof. Dr. med. Christiane Waller

Prof. Dr. med. Christiane Waller

Leiterin Klinische Molekulare Psychosomatik

Die objektive Erfassung subjektiv multidimensional erlebter Schmerzen ist ein bislang unzureichend gelöstes Problem. Insbesondere in der klinischen Schmerzmessung sind verbale Verfahren (Schmerzskalen, Fragebögen) und visuelle Analogskalen üblich, die allerdings bei mental beeinträchtigten Personen wenig reliabel und valide sind. Expressive Schmerzäußerungen und/oder psychobiologische Parameter können eine Lösung bieten. Es existieren solche Kodierungssysteme, die jedoch  mit einem sehr hohen Aufwand verbunden sind oder nicht ausreichend testtheoretisch evaluiert wurde. Probanden werden unter kontrollierten Bedingungen schmerzhaften Reizen ausgesetzt und mimische und psychobiologische Parameter erfasst (http://www.iikt.ovgu.de/BioVid.html). Auf Basis von psychobiologischen, videobasierten (Mimik, Gestik) und prosodischen Daten sollen schmerzrelevante Merkmale identifiziert und ein automatisches System entwickelt, mit dem Schmerzen qualitativ und quantitativ gemessen werden können.

Avatar-basiertes Affektmanagement für ältere Menschen

Die Optimierung der Schmerzbehandlung durch automatische Erkennung körperlicher Schmerzen und die Verminderung seelischer Schmerzen durch ein an Personen angepasstes Affektmanagement, um das Wohlbefinden und die Lebensqualität von älteren Menschen zu verbessern. Während sich der demographische Wandel in Deutschland besonders dramatisch gestaltet, steigt gleichzeitig die Lebenserwartung der Generation 65+. Schmerzen im Alter können die Lebensqualität massiv verringern, da sie nicht nur körperliche Beschwerden, sondern auch psychosoziale Störungen wie Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, Angst, Hoffnungslosigkeit bis hin zum sozialen Rückzug zur Folge haben können. Im Pflegeheimalltag ist die Schmerzerkennung eine wichtige Routineaufgabe des Pflegepersonals, um ein optimales Schmerzmanagement durch individuell angepasste Therapieprogramme zu ermöglichen. Studien weisen dennoch darauf hin, dass trotz vorhandener Therapiemöglichkeiten eine Unterversorgung der Schmerzpatienten in allen Versorgungsbereichen vorzufinden ist. Im Projekt soll ein automatisches System zur multisensorischen, differenzierten Erkennung von Schmerzen, Zuständen der Orientierungslosigkeit bzw. Verwirrung und damit verbundenen Emotionen wie Panik, Angst und Ärger entwickelt werden. Der Gefühlszustand der Betroffenen soll zuverlässig und schnell erkannt werden, indem die Daten paralinguistischer, psychobiologischer und visueller Parameter zusammengeführt werden. Des Weiteren soll ein Avatar, also eine digitale, künstliche Figur, für Kriseninterventionen entwickelt werden. Der Avatar soll mit dem Betroffenen in den Dialog treten und Beruhigungsmaßnahmen, Gedächtnisunterstützung und Hilfestellung anbieten. Um diese Ziele unter Berücksichtigung ethischer und datenschutzrechtlicher Fragen zu erreichen, arbeiten im Projekt Vertreterinnen und Vertreter aus den Ingenieurswissenschaften, der Neuropsychologie und dem Interaktionsdesign zusammen. Das System kann durch eine sensorbasierte automatische Schmerz- und Emotionserkennung eine optimal angepasste Schmerztherapie ermöglichen und so zur Verbesserung der Lebensqualität von insbesondere älteren pflegebedürftigen Menschen beitragen.

Teilprojekt: Psychobiologische Emotionserkennung

Ziel der psychobiologischen Emotionserkennung ist die individuelle und kontinuierliche Emotionserkennung aus psychobiologischen Daten (emotion pattern). Die Emotionen von Nutzern kognitiver technischer Systeme sollen aus den psychobiologischen Signalen zuverlässig im drei-dimensionalen Emotionsraum verortet, klassifiziert und modelliert werden. Diese Emotionsinformation wird mit anderen Quellen des Emotionalen (Semantik, Prosodie und Mimik) fusioniert und anderen Modulen des kognitiven technischen Systems verfügbar gemacht, um deren Funktionen an die emotionalen Zustände des Benutzers zu adaptieren. Weil nur wenige psychobiologische Muster universell mit Emotionen korrelieren, sollen über eine neue Kalibrierungsprozedur mit standardisierten Emotionsstimuli die psychobiologischen Emotionsmuster für den jeweiligen Benutzer individuell bestimmt werden.

… von gesunden Studierenden unter Berücksichtigung hormoneller Wechelwirkungen

Im Projekt „Der Einfluss von Stress auf die Empathiefähigkeit von gesunden Studierenden unter Berücksichtigung hormoneller Wechselwirkungen“ wird der Einfluss von Stress (objektiv und psychologisch) auf die Empathie (affektive und kognitive Dimension) untersucht - gemessen mit einem Test zur Erfassung der Emotionserkennungsleistung (kognitiv) sowie physiologisch (affektiv). In einem „within-subject-Design“ werden hierfür in 2 hintereinander ablaufenden Modulen (Stress + Empathie) insgesamt 60 Versuchspersonen (VPs) untersucht. Zur weiteren Varianzaufklärung hinsichtlich des Einflusses von Stress auf die Empathie wie auch auf die individuelle Stressverarbeitung werden spezifische Hormone über den Speichel erfasst: Testosteron, Cortisol und DHEA.

… im Kontext von Gesundheit bei Universitäts- und Hochschulangehörigen (Beschäftigte und Studierende)

Die Arbeits- und Studienbedingungen an Universitäten und Hochschulen waren sind seit Jahren vielen Veränderungen wie bspw. der Globalisierung,  Digitalisierung und Hochschulreformen (z.B. Bolognareform) ausgesetzt und werden zunehmend als sehr beanspruchend und belastend bezeichnet, jedoch gibt es wenig wissenschaftliche Evidenz über das Beanspruchungsprofil und dessen gesundheitliche Auswirkungen bei diesen Gruppen. Zudem stellt sich die Frage, wie sich diese Institutionen, der Anforderung stellen, Beschäftigten und auch Studierenden Bedingungen bereit zu stellen, um Familie und Beruf besser in Einklang zu bekommen. Dies rückt insbesondere im Blick auf sich verschärfende Wettbewerbsbedingungen in allen Bereichen  zunehmend in den Fokus. Immer noch scheint es zusätzliche Hindernisse zu geben, die es Frauen erschweren, eine wissenschaftliche Karriere aufzunehmen. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland bezüglich der beschäftigten Wissenschaftlerinnen auf den hinteren Plätzen..

Die hier vorgestellte Studie hat zum Ziel bei Hochschulbeschäftigten und Studierenden Aspekte der Arbeitsbeanspruchung und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie mittels einer Online-Studie zu erfassen, um hieraus spezifische Maßnahmen der Optimierung ableiten und umsetzen zu können. Die spezifische Fragestellung lautet: Vereinbarkeit von Beruf und Familie; Kinderbetreuung, Arbeitszeiten; Arbeitszufriedenheit und Arbeitsbelastung; Studienzufriedenheit und Studienbelastung; Maßnahmen zur Verbesserung der Studienbedingungen; Spezielle Belastungen am Arbeitsplatz oder beim Studium: Burnout, Mobbing, Depression, Ängstlichkeit, Gesundheit; Einfluss von Persönlichkeitsvariablen. Zudem wurde bei der Teilstichprobe Beschäftigte ein Instrument für eine Bedarfsanalyse zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie entwickelt. Auf Basis der Ergebnisse werden unterschiedliche verhältnis- und verhaltenspräventive Handlungsmöglichkeiten entworfen

… im Kontext des Arbeitszeitmodells bei Klinikbeschäftigten

Es ist bekannt, dass die Arbeit das Familienleben beeinflusst und vice versa. Insbesondere im medizinisch-universitären Arbeitsumfeld ist die Belastung  für Eltern durch die Vereinbarkeitsproblematik groß. Erschwerend kommt hinzu, dass in diesem Segment  vermehrt Frauen beschäftigt sind. Die Hindernisse zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie wurden bisher in diesem Umfeld longitudinal nicht ausreichend erfasst. Unter dem speziellen Aspekt Arbeitszeitmodell werden in vorliegender Studie Arbeitszufriedheits und Arbeitsbelastungsparameter sowie deren Auswirkungen auf die Gesundheit der Kliniksbeschäftigten longitudinal erhoben. Ziel der Studie ist es, diese Aspekte zu analysieren und aus den  Belastungsparameter und dem Bedarf an Unterstützung eine Grundlage für Planung und Durchführung struktureller und operativer Maßnahmen zu gewinnen.

Ziel des Projektes PATER ist die Weiterentwickung und Validierung eines Patientenerwartungsfragebogens für die ärztliche und zahnärztliche Arzt-Patientbeziehung:  Bei der Gestaltung der Arzt-Patient-Beziehung ist sehr oft die erste Begegnung die prägende und eine gelungene Arzt-Patient-Interaktion während des ersten(Zahn-) Arztbesuchs ist ein gutes Fundament und die beste Voraussetzung für die folgenden Begegnungen. Eine wichtige Komponente dabei sind die individuellen Erwartungen und Hoffnungen der Patient_Innen wie Studien an (schwierigen) Patienten im Krankenhaus zeigen konnten.. Kennt der (Zahn-)Ärzt_Innen diese Erwartungen jedoch schon im Vorfeld, so kann die Interaktion mit dem Patienten optimiert und die Arzt-Patient-Beziehung positiv gestaltet werden. Dieser Fragebogen soll beim ersten Besuch eines neuen PatientIn der ärztlichen oder zahnärztlichen Praxis Anwendung finden, die erhaltenen Befragungsergebnisse "Patientenerwartungen" als Hintergrundinformation zur Optimierung der Arzt- Patient-Interaktion dienen.
 In einer Befragungsstudie an ca. 600 Patienten verschiedener (Zahn)-Ärztlicher Praxen soll der an die Belange ärztlichen und zahnärztlichen Praxen adaptierte PATER – Fragebogen validiert und eine Auswertungsanleitung standardisiert werden.

Abstract

Eine Krebserkrankung ist nicht nur für den Patienten selbst, sondern auch für dessen Angehörige mit großen Belastungen verbunden. Besonders der Partner, der die wichtigste Ressource des Patienten darstellt, ist betroffen. Durch die Krebserkrankung ist der Partner mit einer Vielzahl von neuen Aufgaben und tiefgreifenden Anpassungsleistungen konfrontiert. Diese anspruchsvolle Unterstützungsleistung sowie die eigenen alltäglichen Aufgaben führen dazu, dass sich viele Partner überfordert fühlen und von psychischen Problemen berichten. Die bestehenden Unterstützungsangebote für Angehörige von Krebspatienten werden von den Partnern jedoch nur wenig in Anspruch genommen. 

Im Rahmen dieser Forschungsarbeit wird eine psychoonkologische Online-Intervention für Partner von Krebspatienten entwickelt und deren Wirksamkeit überprüft. Die Online-Intervention basiert auf Elementen der kognitiven Verhaltenstherapie sowie auf spezifischen Inhalten der Psychoonkologie. Sie besteht aus sechs wöchentlichen Lektionen, vier wählbaren Zusatzlektionen und einer Auffrischungslektion. Jede Lektion wird von einem Therapeuten durch Feedbacks begleitet. Zusätzlich hat der Partner die Möglichkeit einen SMS-Coach zu nutzen.

Ziel der Intervention ist es, sowohl psychische Belastungen, wie Depressivität und Ängstlichkeit, zu reduzieren, als auch die Lebensqualität der Partner zu verbessern. Aufgrund der Zeit- und Ortsunabhängigkeit ist eine Online-Intervention gerade für Partner von Krebspatienten, die einen vollen Terminkalender besitzen, geeignet. Zusätzlich senkt die Online-Intervention die Schwelle der Inanspruchnahme für belastete Partner, die herkömmliche Face-to-Face-Therapien weniger für sich nutzen (z.B. männliche Partner).

Studienleitung

Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Ulm
Dr. Klaus Hönig, Daniela Bodschwinna, M. Sc., Inga Lorenz, Dipl.-Psych.

Universität Ulm, Abteilung klinische Psychologie und Psychotherapie
Prof. Dr. Harald Baumeister

Laufzeit

2017 - 2020

Hinweis: Die Rekrutierung zur Pilot-Studie nun
abgeschlossen, so dass aktuell PartnerCARE
nicht angeboten wird

Kurz-Exposé

Die Veränderung von Schmerzempfinden und Herzratenvariabilität (HRV) von psychosomatischen Patienten unter dem Einfluss der Musik-imaginativen Schmerzbehandlung - eine kontrollierte Studie unter naturalistischen Bedingungen

Die explorative Studie im Prä-Post-Design erfolgt unter naturalistischen Bedingungen der stationär psychosomatischen Behandlung an den Universitätskliniken für Psychosomatik in Magdeburg und Ulm. Das Erkenntnisinteresse richtet sich darauf, a) wie sich das subjektive Schmerzerleben zwischen dem Beginn und nach dem Abschluss der Musik-imaginativen Schmerzbehandlung (MusIS) verändert, b) welche Veränderungen der parasympathischen Aktivität während und nach der Anwendung von MusIS messbar sind, und c) welche physikalisch messbaren Veränderungen die angewendeten Klangereignisse auszeichnen. Eingeschlossen sind stationär behandelte Pati-ent*innen mit fachärztlich abgeklärter Diagnose nach ICD 10 (Chronische Schmerzstörung F45.40 und F45.41 / Somatisierungsstörungen F45.0, F45.1, F45.2, F45.3, F45.8, F45.9)
Die Interventionsgruppe (N=50), deren Eigenschaften zum Zeitpunkt T0 anhand von validierten Messinstrumenten (SCL 90, CTQ) deskriptiv erfasst werden, erhält in der Anfangsphase des stati-onären Aufenthalts 3-4 Sitzungen MusIS mit 4 Behandlungsphasen. Die Einhaltung des manualisierten Ablaufs ist anhand von Audiomitschnitten überprüfbar. Kontrolliert wird zu 2 Messzeitpunk-ten (vor und nach Intervention T1/T2) das sensorische und affektive Schmerzerleben mittels McGill-Schmerzfragebogen sowie mittels EKG-Messung die NN-Reihe (Abstand zwischen zwei aufeinander folgenden Herzaktionen). Die nachfolgende HRV-Analyse wird aus dem 24-Stunden-EKG am Tag der Phase 3 von MusIS erhoben. Sollten Korrelationsberechnungen zwischen Schmerzreduktion und HRV auf positive Effekte hindeuten, würde dies die Basis für eine Folgestudie zu den mittel- und längerfristigen Wirkungen bilden.

Beteiligte Wissenschaftler*innen

  • Prof. Dr. Susanne Metzner (Gesamtprojektleitung)1,2
  • Prof. Dr. med. J. Frommer, Leiter Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psy-chotherapie der Medizinischen Fakultät, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (Pro-jektleitung Magdeburg)2
  • Sina Glomb M.A., Kristin Kapahnke (Intervention)2
  • Prof. Dr. Irina Böckelmann (klinische EKG-Auswertung)4
  • Dr. Stefan Sammito (klinische EKG-Auswertung)4
  • N.N. (EKG-Messungen und stat. Auswertungen)4
  • Prof. Dr. Jesko Verhey (Auswertung Audiodaten)5
  • Jan Hots (stat. Berechnung Audiodaten)5
  • Michael Riesemann, Dr. med. cand. (klinische EKG-Auswertung und stat. Auswertungen)6
  • Diplom-Musiktherapeutin Manuela Delhey (Intervention)6
  • Dr. sc. hum. Marc N. Jarczok, Dipl. SoWi (Projektleitung Ulm)6

Studienleitung

Zentrum für interdisziplinäre Gesundheitsforschung, Universität Augsburg
Prof. Dr. Susanne Metzner

Beteiligte Institutionen

1Zentrum für interdisziplinäre Gesundheitsforschung, Universität Augsburg

2Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Medizinischen 3Fakultät, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

4Bereich Arbeitsmedizin, Medizinische Fakultät, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

5Abteilung für Experimentelle Audiologie, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

6Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinikum Ulm

Laufzeit

2017 - 2019

Am Universitätsklinikum Ulm begleiten wir Menschen durch oftmals schwere Lebensphasen und teilweise auch bis in den Tod. Dabei liegt uns nicht nur das Wohl unserer Patienten am Herzen, sondern auch das Wohl der begleitenden Angehörigen.

Unsere Erfahrungen, gestützt durch Forschungsergebnisse, deuten darauf hin, dass der Tod einer nahestehenden Person nicht nur ein emotional sehr belastendes Ereignis ist, sondern sich auch anhaltend negativ auf die körperliche Gesundheit auswirken kann. Unser Ziel ist es, die Erfahrungen und körperlichen Reaktionen von Menschen, die kürzlich eine nahestehende Person verloren haben, besser zu verstehen. Ein in diesem Zusammenhang oft durch die Medien aufgegriffener Begriff ist das Phänomen des gebrochenen Herzens (sog. „Broken Heart Syndrom“).

Im Frühjahr 2019 begann unsere Studie und wird voraussichtlich noch bis Anfang 2020 fortgeführt. Um unseren Artikel in der „Südwest-Presse“ (März 2019) einzusehen, klicken Sie bitte den folgenden Link.

https://www.pressreader.com/germany/sudwest-presse-ulm/20190311/282754883017125

Wen suchen wir?

Personen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren, die in den letzten 6-24 Monaten eine nahestehende Person (bspw. Eltern, Geschwister, Partner, Kinder) verloren haben.

Mit Ihrer Teilnahme helfen Sie uns und zukünftigen Betroffenen, die Erfahrungen und körperlichen Reaktionen besser zu verstehen. Daher möchten wir Sie trotz der möglicherweise schwierigen Umstände um ihre Teilnahme an einer wissenschaftlichen Studie bitten. Sie erhalten eine Aufwandsentschädigung i.H.v. 20€.

Ablauf der Studie

  • einmaliger Termin an der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Interview zu Begebenheiten des erlebten Verlustes
  • Puls- und Blutdruckmessung, Entnahme einer Blutprobe
  • Gesamtdauer ca. 1,5h

Bitte kontaktieren Sie uns bei Interesse an einer Studienteilnahme oder für weitere Informationen

Ansprechpartner: Johannes Kocks; Siyar Türkmen
Tel.: 0731 500 61961
E-Mail: Trauer.Studie@uniklinik-ulm.de

Wir freuen uns von Ihnen zu hören!

Studienleitung

Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Universitätsklinikum Ulm

Dr. Marc Jarczok

Publikationen

2019

Amoroso, M., E. Kempter, T. Eleslambouly, C. A. Lowry, D. Langgartner and S. O. Reber (2019). "Intranasal Mycobacterium vaccae administration prevents stress-induced aggravation of dextran sulfate sodium (DSS) colitis." Brain, Behavior, and Immunity. [PubMed][DOI:10.1016/j.bbi.2019.05.005]

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Brockmeyer, T., S. Michalek, S. Zipfel, B. Wild, G. Resmark, M. Teufel, K. Giel, M. de Zwaan, A. Dinkel, S. Herpertz, M. Burgmer, B. Löwe, S. Tagay, E. Rothermund, A. Zeeck, W. Herzog and H. C. Friederich (2019). "Sudden Gains in Cognitive Behavioural Therapy and Focal Psychodynamic Therapy for Anorexia Nervosa: Findings from the ANTOP Study." Psychotherapy and Psychosomatics. [PubMed][DOI:10.1159/000499118]

Broelz, E. K., P. Enck, A. M. Niess, P. Schneeweiss, S. Wolf and K. Weimer (2019). "The neurobiology of placebo effects in sports: EEG frontal alpha asymmetry increases in response to a placebo ergogenic aid." Scientific Reports 9(1): 2381. [PubMed][DOI:10.1038/s41598-019-38828-9]

Burgess, S., F. Junne, E. Rothermund, S. Zipfel, H. Gündel, M. A. Rieger and M. Michaelis (2019). "Common mental disorders through the eyes of German employees: attributed relevance of work-related causes and prevention measures assessed by a standardised survey." International Archives of Occupational and Environmental Health. [PubMed][DOI:10.1007/s00420-019-01414-7]

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Fegert, J. M., H. Baumeister, P. Brieger, J. Gallinat, H. J. Grabe, H. Gündel, M. Härter, N. Oexle, E. Prestin, M. Rassenhofer, S. G. Riedel-Heller, N. Rüsch, I. Schäfer, G. Schomerus, H. Schulz, A. Speck, I. Steinhart, K. Stengler and T. Becker (2019). "Greifswalder Erklärung zur gesellschaftlichen Bedeutung des Bereichs psychische Gesundheit in der Gesundheitsforschung – „Lost in Translation?“." Psychiat Prax 46(02): 70-72. [PubMed][DOI:10.1055/a-0851-5216]

Foertsch, S., I. Lackner, B. Weber, A. M. Füchsl, D. Langgartner, E. Wirkert, S. Peters, G. Fois, J. Pressmar, J. M. Fegert, M. Frick, H. Gündel, M. Kalbitz and S. O. Reber (2019). "Sensory contact to the stressor prevents recovery from structural and functional heart damage following psychosocial trauma." Brain, Behavior, and Immunity. [PubMed][DOI:10.1016/j.bbi.2019.05.013]

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Haffner-Luntzer, M., S. Foertsch, V. Fischer, K. Prystaz, M. Tschaffon, Y. Mödinger, C. S. Bahney, R. S. Marcucio, T. Miclau, A. Ignatius and S. O. Reber (2019). "Chronic psychosocial stress compromises the immune response and endochondral ossification during bone fracture healing via β-AR signaling." Proceedings of the National Academy of Sciences 116(17): 8615. [PubMed][DOI:10.1073/pnas.1819218116]

Junne, F., B. Wild, G. Resmark, K. E. Giel, M. Teufel, P. Martus, K. Ziser, H.-C. Friederich, M. de Zwaan, B. Löwe, A. Dinkel, S. Herpertz, M. Burgmer, S. Tagay, E. Rothermund, A. Zeeck, W. Herzog and S. Zipfel (2019). "The importance of body image disturbances for the outcome of outpatient psychotherapy in patients with anorexia nervosa: Results of the ANTOP-study." European Eating Disorders Review 27(1): 49-58. [PubMed][DOI:10.1002/erv.2623]

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2018

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Barrech, A., R. Kilian, E. Rottler, L. Jerg-Bretzke, M. Hölzer, M. A. Rieger, M. N. Jarczok, H. Gündel and E. Rothermund (2018). Do Working Conditions of Patients in Psychotherapeutic Consultation in the Workplace Differ from Those in Outpatient Care? Results from an Observational Study. International Journal of Environmental Research and Public Health 15(2). [DOI:10.3390/ijerph15020227]

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2017

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