Schwerpunkte der Klinik
Schwerpunkte der Klinik für Innere Medizin III in Krankenversorgung, Forschung und Lehre sind hämatologische, onkologische, rheumatologische und infektiologische Erkrankungen sowie die palliativmedizinische Versorgung krebskranker Patienten.
Mit dem Schwerpunkt Hämatologie (inkl. der Sektion Myeloische Neoplasie und der Sektion Chronische Lymphatische Leukämie), der Sektion Onkologie und der Palliativmedizin ist die Klinik für Innere Medizin III eingebettet in das CCCU (Comprehensive Cancer Center Ulm). Wir sind stolz darauf, dass das CCCU ein von der Deutschen Krebshilfe ausgezeichnetes und gefördertes Onkologisches Spitzenzentrum ist. Darüber hinaus ist das CCCU – gemeinsam mit dem CCC Tübingen-Stuttgart – seit Februar 2023 als NCT SüdWest auch einer von vier neuen Standorten des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT).
Das CCCU ist als Onkologisches Zentrum nach den Kriterien der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert. Darüber hinaus ist unsere Klinik als Hämatologisches Zentrum zertifiziert (Ulm Zentrum für Leukämie, Lymphom, Myelom; ULLM). Alle unsere Patienten werden in interdisziplinären Tumor-Konferenzen besprochen. Die Behandlungskonzepte entsprechen den aktuellen nationalen und internationalen Standards und umfassen konventionelle Chemotherapien, Immuntherapien mit monoklonalen Antikörpern und CAR-T Zellen sowie molekular-zielgerichtete Therapien mit einer Vielzahl von innovativen Medikamenten, die zum Teil noch in der klinischen Entwicklungen sind. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit einem Netz von niedergelassenen Hämatologen/Onkologen und umliegenden Krankenhäusern.
Die allogene Blutstammzell- und Knochenmark-Transplantations-Einheit besteht seit 1972 und zählt zu den ältesten weltweit. Die Einheit bietet alle derzeit möglichen Varianten der allogenen Stammzell-Transplantation (Familienspender, Fremdspender, haploidente Spender). Im Jahr 2025 wurden 80 allogene Transplantationen durchgeführt. Darüber hinaus werden alle CAR-T Zelltherapien auf dieser Station durchgeführt.
Für die allogene Stammzell-Transplantationen und die CAR-T-Zelltherapien steht eine hochspezialisierte Station mit 20 Patientenzimmern zur Verfügung. Alle Zimmer verfügen über die entsprechenden sanitären Einrichtungen und eine Lüftungstechnik mit Überdruck und HEPA-Filtration. Darüber hinaus werden an unserer Klinik jährlich 100-130 autologe Stammzell-Transplantationen durchgeführt.
Unsere Transplantations-Einheit ist für die allogene und autologe Stammzell-Transplantation, als Zentrum für die Gewinnung peripherer Blutstammzellen und für Knochenmarkentnahmen als auch für CAR-T Zelltherapien nach JACIE (Joint Accreditation Committee-ISCT [Europe] & EBMT) zertifiziert.
Die Sektion Infektiologie ist eingebettet in das Comprehensive Infectious Disease Center (CIDC). Schwerpunkt der Sektion liegt in der Betreuung von Patienten mit Infektions- (u.a. COVID-19 Infektionen) und Tropenerkrankungen, HIV und Echinokokkose. Die Sektion ist als Zentrum Klinische Infektiologie nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie e.V. (DGI) zertifiziert.
Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt der Klinik für Innere Medizin III liegt in der klinischen Forschung. Es sind ca. 80 klinische Therapiestudien der Phasen I-IV aktiv, die von einer professionell organisierten, zertifizierten Studienzentrale koordiniert werden. Klinische Studien gewährleisten, dass unsere Patienten nach den neuesten Erkenntnissen behandelt werden können und sehr früh Zugang zu innovativen Medikamenten erhalten.
Die Early Clinical Trials Unit (ECTU) - eine Einheit für frühe klinische Studien - ist im CCCU (Comprehensive Cancer Center Ulm) integriert. In der Einheit werden Studien der frühen Phasen (Phase 1/2) mit innovativen Medikamenten durchgeführt. Die Einheit ist gemeinsam mit dem Clinical Trial Center des NCT SüdWest in der Ebene 1 im neuen Patienten- und Forschungsgebäude (PFG) untergebracht. Die Einheit wird betreut von Studienärzten und hochqualifiziertem Personal (Study Nurses, ArzthelferInnen, Dokumentare), die speziell für die Betreuung von klinischen Studien ausgebildet sind.
Struktur der Krankenversorgung
Die Klinik für Innere Medizin III verfügt im stationären Bereich über 110 Betten. Aufgrund der geplanten mehrjährigen betriebserhaltenen Sanierung des Bettenhauses der Medizinischen Klinik sind die Stationen der Klinik sowohl im neuen Patienten- und Forschungsgebäude, als auch in der Medizinischen Klinik und in der Chirurgischen Klinik untergebracht.
Das neue Patienten- und Forschungsgebäude wurde im Süden der Medizinischen Klinik errichtet und am 30.07.2025 nach zweijähriger Bauzeit eröffnet. In diesem Gebäude sind die Stationen P3fg und P4 EBKT untergebracht. Anfang Juli 2026 wurden die beiden hämatologisch-onkologischen Stationen M4a/b in die Chirurgische Klinik umverortet, die Station cME6 befindet sich seither in der Ebene 6 im Süden des Bettenhauses der Chirurgischen Klinik. Die Infektionsstation M1c befindet sich auch während der Sanierung wie bisher auf der Ebene 1 des Bettenhauses der Medizinischen Klinik, die Palliativstation M3p in der Ebene 3 der MKL.
Neues Patienten- und Forschungsgebäude
Auf der Station P3fg werden insbesondere hochdosierte Chemotherapien (einschließlich der autologen Blutstammzell-Transplantation) bei Patienten u.a. mit akuten Leukämien, malignen Lymphomen und multiplem Myelom durchgeführt. Die Station verfügt über 36 Betten. Alle hochmoderne Patientenzimmer sind zum Schutz der Patienten vor Infektionen mit einer Lüftungstechnik mit Überdruck und HEPA-Filtration ausgestattet.
Die allogene Blustammzell- und Knochenmark-Transplantations-Einheit (Station P4 EBKT) ist seit dem 07.04.2026 ebenfalls im neuen Patienten- und Forschungsgebäude auf der Ebene 4 untergebracht. Auch in dieser hochspezialisierten Einheit steht in allen Patientenzimmern eine Lüftungstechnik mit Überdruck und HEPA-Filtration und eine entsprechende sanitäre Ausstattung zur Verfügung. Auf der Station werden derzeit 16 Betten betrieben.
Für Patienten, die in klinischen Studien früher Phasen behandelt werden steht im neuen Patienten- und Forschungsgebäudeeine eine Studieneinheit, die Early Clinical Trials Unit (ECTU) zur Verfügung. Die Einheit ist gemeinsam mit dem Clinical Trial Center des NCT SüdWest in der Ebene 1 im neuen Patienten- und Forschungsgebäude (PFG) untergebracht.
Chirurgische Klinik
Auf der Doppelstation cME6 werden alle anderen Patienten mit hämatologischen und onkologischen sowie zum Teil auch rheumatologischen und allgemeininternistischen Erkrankungen betreut. Die Stationen sind Teil der Sektion Onkologie. Im onkologischen Bereich liegt der Schwerpunkt in der Betreuung von Patienten mit Sarkomen (Bindegewebe- und Knochenkrebs), Bronchial-Karzinomen (Lungenkrebs), und Keimzelltumoren (Hoden-Tumoren). Die Station befindet sich in der Ebene 6 im Süden des Bettenhauses der Chirurgischen Klinik und verfügt über 28 Betten.
Medizinische Klinik
Auf Ebene 3 der Medizinischen Klinik befindet sich die Palliativstation (Station 3p) mit acht Betten; auf dieser Station werden Patienten mit allen fortgeschrittenen Krebsleiden betreut.
Die Infektionsstation 1c auf Ebene 1 der Medizinischen Klinik ist speziell für Patienten mit Infektionserkrankungen eingerichtet, die Station verfügt über 16 Betten und ist ebenfalls mit einer speziellen Lüftungstechnik ausgestattet.
Die Medizinisch-Onkologische Tagesklinik (MOT) ist eine hochmoderne und sehr patienten-freundliche Einheit zur Durchführung ambulanter Therapien. Die MOT verfügt derzeit über 31 Behandlungsplätzen und wird von unserer Klinik geleitet.
Sprechstunden
In der Hochschulambulanz haben wir für Sie zahlreiche hochspezialisierten Sprechstunden eingerichtet:
Hämatologie / Hämostaseologie / allogene Transplantation
- Spezialambulanz für Allgemeine Hämatologie
- Spezialambulanz für Myeloproliferative Neoplasien (MPN)
- Spezialambulanz für MDS, AML, ALL
- Spezialambulanz für Maligne Lymphome (inkl. CLL)
- Spezialambulanz für Multiples Myelom
- Spezialambulanz für Hämostaseologie (Thrombophilie/Hämophilie)
- Spezialambulanz für Allogene Stammzell-Transplantation
Onkologie
- Spezialambulanz für Thorax- und HNO-Tumoren
- Spezialambulanz für Gynäkologische und Urologische Tumoren
- Spezialambulanz für Hirntumoren
- Spezialambulanz für Sarkome und seltene Tumorentitäten
Rheumatologie
- Spezialambulanz für Rheumatologische Erkrankungen
Infektiologie (Anmeldung)
- Spezialambulanz für Infektionskrankheiten
- Reisesprechstunde
Privatsprechstunde
In den verschiedenen Spezialambulanzen betreuen wir Patienten mit u.a. folgenden Erkrankungen:
Hämatologie: Akute myeloische (AML) und akute lymphatische (ALL) Leukämien; chronische myeloische Leukämie (CML); myeloproliferative Neoplasien (PV, ET, OMF); Myelodysplasie-Syndrome (MDS), maligne non-Hodgkin- und Hodgkin-Lymphome; chronische lymphatische Leukämie (CLL); multiples Myelom; aplastische Anämie, Paroxysmale Nächtliche Hämoglobinurie (PNH); nicht-maligne hämatologische Erkrankungen.
Hämostaseologie: Thrombophilien; Hämophilien.
Onkologie: Bronchial-Karzinome; Weichteil- und Knochensarkome; Keimzelltumoren; Hirntumore; Nierenzell-Karzinome; metastasiertes Mamma-Karzinom.
Rheumatologie: Rheumatoide Arthritis; Spondylarthropathien (ankylosierende Spondylitis, reaktive Arthritis, M. Reiter, Arthritis bei entzündlichen Darmerkrankungen), Kollagenosen (Systemischer Lupus Erythematodes, Sklerodermie, Poly-/ Dermatomyositis, Sjögren Syndrom), Vaskulitiden (leukozytoklastische Vaskulitiden, M. Wegener, Churg-Strauss-Vaskulitis, mikroskopische Polyangiitis, Panarteriitis nodosa nach Kussmaul und Maier, Riesenzellarteriitis).
Infektiologie: COVID-19; HIV/AIDS; Tuberkulose; Echinokokkose; Tropenmedizin; Malaria.
Forschung
Mit ihren Erfolgen vor allem in der hämatologisch-onkologischen Forschung hat sich die Klinik in den letzten Jahren zu einem nationalen und internationalen Spitzenzentrum entwickelt. Mit den wissenschaftlichen Veröffentlichungen und Drittmitteleinwerbungen nimmt die Klinik immer eine Spitzenstellung im Ranking der Medizinischen Fakultät und Universität ein.
Es ist uns ein großes Anliegen, den wissenschaftlichen Nachwuchs im Rahmen von strukturierten Nachwuchsprogrammen (Clinician-Scientist Programme) zu fördern und unseren ärztlichen MitarbeiterInnen („Clinician-Scientists“) beste Voraussetzungen für ihre Karriereentwicklung zu geben.
Schwerpunkte unserer Forschung sind u.a.:
- Entschlüsselung von genetischen Defekten und Untersuchung deren klinischer Bedeutung bei Leukämien, myelodysplastischen Syndromen, myeloproliferativen Erkrankungen, malignen Lymphomen, und multiplem Myelom
- Molekulare Hämatopoese, Mechanismen der Leukämogenese
- Tumorimmunologie
- Molekulare Biologie von Krebserkrankungen
- Klinische Forschung (klinischen Studien)
Ergebnisse aus den Forschungsbereichen wurden und werden jedes Jahr in hochrangigen Zeitschriften veröffentlicht (Publikationen).
Die Klinik verfügt über ein Budget für Forschung und Lehre. Hierbei handelt es sich um Mittel des Landes Baden-Württemberg, die von der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm zur Verfügung gestellt werden. Zum größten Teil sind unsere wissenschaftlichen Projekte gefördert durch: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Deutsche Krebshilfe, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Europäische Kommission, Else Kröner-Fresenius-Stiftung, Wilhelm Sander-Stiftung, sowie die Biotechnologische und Pharmazeutische Industrie.
WissenschaftlerInnen der Klinik koordinieren oder sind beteiligt an zahlreichen Forschungsprogrammen und Wissenschaftsverbünden, u.a.:
- Netzwerk der Onkologischen Spitzenzentren – Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU) (gefördert durch die Deutsche Krebshilfe)
- Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) – NCT-SüdWest (CCC-Tübingen/Stuttgart + CCCU) (gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, BMBF)
- Sonderforschungsbereich SFB 1074 „Experimentelle Modelle und Klinische Translation bei Leukämien“ (DFG-gefördert)
- Forschergruppe FOR 2764 “Aging-Related Epigenetic Remodeling in Acute Myeloid Leukemia” (DFG-gefördert)
- NGFN-Plus – Nationales Genom Netzwerk (Deutsche Krebshilfe-gefördert)
- Else Kröner-Fresenius-Kolleg „Development and Implementation of Predictive Models for Realisation of Personalized Tumor Therapy “
- HARMONY PLUS – Healthcare Alliance for Resourceful Medicines Offensive against Neoplasms in Hematology (EU-gefördert)
- European LeukemiaNet (ELN)
Das akkreditierte Labor für Zytogenetische und Molekulare Diagnostik (Leitung: Prof. Dr. Konstanze Döhner) genießt national und international hohes Ansehen, es ist Referenzlabor für die genetische Diagnostik im Rahmen zahlreicher Studiengruppen, u.a. für die Deutsch-Österreichische AML Studiengruppe (AMLSG), die Deutsche Studiengruppe Myeloproliferative Neoplasien (GSG-MPN), die Deutsche CLL Studiengruppe (DCLLSG) (Leitung: Prof. Stephan Stilgenbauer).
Die Studienzentrale der Klinik koordiniert alle Aktivitäten zur Durchführung von Therapiestudien der Phasen I bis IV. Sie ist gleichzeitig Studienzentrale der AMLSG und GSG-MPN.
Studentische Lehre und Postgraduierten-Ausbildung
Die Klinik für Innere Medizin III kommt in vielfältiger Weise ihren universitären Ausbildungs- und Lehrverpflichtungen nach. Neben Vorlesungen und Seminaren werden verschiedene Praktika und patientenbezogene Lehrveranstaltungen (Bedside-Teaching) angeboten. Die wissenschaftlichen MitarbeiterInnen unserer Klinik betreuen eine Vielzahl von Doktoranden in Medizin und Molekularer Medizin.
Unsere MitarbeiterInnen sind maßgeblich beteiligt am Master Online Studiengang „Advanced Oncology“, ein Online Studiengang der Medizinischen Fakultät und des Comprehensive Cancer Center Ulm. Im Jahr 2013 wurde mit der European School of Oncology (ESO) ein weiteres E-Learning Program initiiert, das „Competence Certificate in Lymphoma“, ein einjähriges Fortbildungsprogram zur Biologie und Klinik maligner Lymphome.