Schwerpunkte der Klinik

Schwerpunkte der Klinik für Innere Medizin III in Krankenversorgung, Forschung und Lehre sind hämatologische, onkologische, rheumatologische und infektiologische Erkrankungen sowie die palliativmedizinische Versorgung krebskranker Patienten.

Mit dem Schwerpunkt Hämatologie(inkl. der Sektion Chronische Lymphatische Leukämie), der Sektion Onkologie und der Palliativmedizin ist die Klinik für Innere Medizin III eingebettet in dasCCCU (Comprehensive Cancer Center Ulm). Wir sind stolz darauf, dass das CCCU ein von der Deutschen Krebshilfe ausgezeichnetes und gefördertes Onkologisches Spitzenzentrum ist. Das CCCU ist als Onkologisches Zentrum nach den Kriterien der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert. Darüber hinaus ist unsere Klinik als Hämatologisches Zentrum zertifiziert (Ulm Zentrum für Leukämie, Lymphom, Myelom; ULLM). Alle unsere Patienten werden in interdisziplinären Tumor-Konferenzen besprochen. Die Behandlungskonzepte entsprechen den aktuellen nationalen und internationalen Standards und umfassen konventionelle Chemotherapien, Immuntherapien mit monoklonalen Antikörpern und CAR-T Zellen sowie molekular-zielgerichtete Therapien mit einer Vielzahl von innovativen Medikamenten, die zum Teil noch in der klinischen Entwicklungen sind. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit einem Netz von niedergelassenen Hämatologen/Onkologen und umliegenden Krankenhäusern.

Die allogene Blutstammzell- und Knochenmark-Transplantations-Einheitbesteht seit 1972 und zählt zu den ältesten weltweit. Die Einheit bietet alle derzeit möglichen Varianten der allogenen Stammzell-Transplantation (Familienspender, Fremdspender, haploidente Spender). Im Jahr 2021 wurden 85 allogene Transplantationen durchgeführt. Für die allogene Stammzell-Transplantationen steht eine hochspezialisierte Station mit 16 Einzelzimmern zur Verfügung. Alle Zimmer verfügen über die entsprechenden sanitären Einrichtungen und eine Lüftungstechnik mit Überdruck und HEPA-Filtration. Darüber hinaus werden an unserer Klinik jährlich 100-120 autologe Stammzell-Transplantationen durchgeführt. Unsere Transplantations-Einheit ist für die allogene und autologe Stammzell-Transplantation, als Zentrum für die Gewinnung peripherer Blutstammzellen und für Knochenmarkentnahmen als auch für CAR-T Zelltherapien nach JACIE (Joint Accreditation Committee-ISCT [Europe] & EBMT) zertifiziert.

Die Sektion Infektiologie ist eingebettet in das Comprehensive Infectious Disease Center (CIDC). Schwerpunkt der Sektion liegt in der Betreuung von Patienten mit Infektions- (u.a. COVID-19 Infektionen) und Tropenerkrankungen, HIV und Echinokokkose. Die Sektion ist als Zentrum Klinische Infektiologie nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie e.V. (DGI) zertifiziert.

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt der Klinik für Innere Medizin III liegt in der klinischen Forschung. Es sind ca. 80 klinische Therapiestudien der Phasen I-IV aktiv, die von einer professionell organisierten, zertifizierten Studienzentrale koordiniert werden. Klinische Studien gewährleisten, dass unsere Patienten nach den neuesten Erkenntnissen behandelt werden können und sehr früh Zugang zu innovativen Medikamenten erhalten.

DieEarly Clinical Trials Unit (ECTU) - eine Einheit für frühe klinische Studien - ist im CCCU (Comprehensive Cancer Center Ulm) integriert. In der Einheit werden Studien der frühen Phasen (Phase 1/2) mit innovativen Medikamenten durchgeführt. Die Einheit ist in unmittelbarer Nachbarschaft der Medizinisch-Onkologischen Tagesklinik (MOT) verortet. Die Einheit wird betreut von Studienärzten und hochqualifiziertem Personal (Study Nurses, ArzthelferInnen, Dokumentare), die speziell für die Betreuung von klinischen Studien ausgebildet sind.

Struktur der Krankenversorgung

Die Klinik für Innere Medizin III verfügt im stationären Bereich über 112 Betten, die sich auf 7 Stationen verteilen. Es werden jährlich 3.000-3.200 stationäre und mehr als 20.000 ambulante Fälle betreut.

Im sog. Schleusentrakt (Station 4c/d)  können bis zu 37 Patienten betreut werden. Alle Zimmer sind zum Schutz der Patienten vor Infektionen mit einer speziellen Luftfilterung ausgestattet. Hier werden insbesondere hochdosierte Chemotherapien (einschließlich der autologen Blutstammzell-Transplantation) bei Patienten u.a. mit akuten Leukämien, malignen Lymphomen und multiplem Myelom durchgeführt.

Auf den beiden hämatologisch-onkologischen Stationen(Station 4a/b) werden alle anderen Patienten mit hämatologischen und onkologischen sowie zum Teil auch rheumatologischen und allgemeininternistischen Erkrankungen betreut. Die Stationen sind Teil der Sektion Onkologie. Im onkologischen Bereich liegt der Schwerpunkt in der Betreuung von Patienten mit Bronchial-Karzinomen (Lungenkrebs), Sarkomen (Bindegewebe- und Knochenkrebs), Keimzelltumoren (Hoden-Tumoren), Glioblastomen (Hirntumoren) und Nierenzell-Karzinomen (Nierenkrebs). Auf Ebene 3 befindet sich die Palliativstation (Station 3p) mit 8 Betten; auf dieser Station werden Patienten mit allen fortgeschrittenen Krebsleiden betreut.

Die allogene Blustammzell- und Knochenmark-Transplantations-Einheit (Station cEBKT) verfügt über eine Bettenstation in der Chirurgischen Klinik. In dieser hochspezialisierten Einheit stehen 16 Betten mit entsprechender sanitärer Ausstattung und einer Lüftungstechnik mit Überdruck und HEPA-Filtration zur Verfügung.

Die Infektionsstation 1c auf Ebene 1 ist speziell für Patienten mit Infektionserkrankungen eingerichtet, die Station verfügt über 16 Betten und ist ebenfalls mit einer speziellen Lüftungstechnik ausgestattet.

Die Medizinisch-Onkologische Tagesklinik (MOT) ist eine hochmoderne und sehr patienten-freundliche Einheit zur Durchführung ambulanter Therapien. Die MOT verfügt derzeit über 31 Behandlungsplätzen und wird von unserer Klinik geleitet.

Für Patienten, die in klinischen Studien früher Phasen behandelt werden steht eine Studieneinheit, die Early Clinical Trials Unit (ECTU) mit 4 ambulanten Therapieplätzen und 2-4 stationären Betten zur Verfügung. 

Sprechstunden

In der Hochschulambulanz haben wir für Sie zahlreiche hochspezialisierten Sprechstunden eingerichtet:

Hämatologie / Hämostaseologie / allogene Transplantation

  • Spezialambulanz für Allgemeine Hämatologie
  • Spezialambulanz für Myeloproliferative Neoplasien (MPN)
  • Spezialambulanz für MDS, AML, ALL
  • Spezialambulanz für Maligne Lymphome (inkl. CLL)
  • Spezialambulanz für Multiples Myelom
  • Spezialambulanz für Hämostaseologie (Thrombophilie/Hämophilie)
  • Spezialambulanz für Allogene Stammzell-Transplantation

Onkologie

  • Spezialambulanz für Thorax- und HNO-Tumoren
  • Spezialambulanz für Gynäkologische und Urologische Tumoren
  • Spezialambulanz für Hirntumoren
  • Spezialambulanz für Sarkome und seltene Tumorentitäten

Rheumatologie

  • Spezialambulanz für Rheumatologische Erkrankungen

Infektiologie (Anmeldung)

  • Spezialambulanz für Infektionskrankheiten
  • Reisesprechstunde

Privatsprechstunde 

In den verschiedenen Spezialambulanzen betreuen wir Patienten mit u.a. folgenden Erkrankungen:

Hämatologie: Akute myeloische (AML) und akute lymphatische (ALL) Leukämien; chronische myeloische Leukämie (CML); myeloproliferative Neoplasien (PV, ET, OMF); Myelodysplasie-Syndrome (MDS), maligne non-Hodgkin- und Hodgkin-Lymphome; chronische lymphatische Leukämie (CLL); multiples Myelom; aplastische Anämie, Paroxysmale Nächtliche Hämoglobinurie (PNH); nicht-maligne hämatologische Erkrankungen.

Hämostaseologie: Thrombophilien; Hämophilien.

Onkologie: Bronchial-Karzinome; Weichteil- und Knochensarkome; Keimzelltumoren; Hirntumore; Nierenzell-Karzinome; metastasiertes Mamma-Karzinom.

Rheumatologie: Rheumatoide Arthritis; Spondylarthropathien (ankylosierende Spondylitis, reaktive Arthritis, M. Reiter, Arthritis bei entzündlichen Darmerkrankungen), Kollagenosen (Systemischer Lupus Erythematodes, Sklerodermie, Poly-/ Dermatomyositis, Sjögren Syndrom), Vaskulitiden (leukozytoklastische Vaskulitiden, M. Wegener, Churg-Strauss-Vaskulitis, mikroskopische Polyangiitis, Panarteriitis nodosa nach Kussmaul und Maier, Riesenzellarteriitis).

Infektiologie: COVID-19; HIV/AIDS; Tuberkulose; Echinokokkose; Tropenmedizin; Malaria.

Forschung

Mit ihren Erfolgen vor allem in der hämatologisch-onkologischen Forschunghat sich die Klinik in den letzten Jahren zu einem nationalen und internationalen Spitzenzentrum entwickelt. Mit den wissenschaftlichen Veröffentlichungen und Drittmitteleinwerbungen nimmt die Klinik immer eine Spitzenstellung im Ranking der Medizinischen Fakultät und Universität ein.
Es ist uns ein großes Anliegen, den wissenschaftlichen Nachwuchs im Rahmen von strukturierten Nachwuchsprogrammen (‚Clinician-Scientist Programme) zu fördern und unseren ärztlichen MitarbeiterInnen („Clinician-Scientists“) beste Voraussetzungen für ihre Karriereentwicklung zu geben.

Schwerpunkte unserer Forschung sind u.a.:

  • Entschlüsselung von genetischen Defekten und Untersuchung deren klinischer Bedeutung bei Leukämien, myelodysplastischen Syndromen, myeloproliferativen Erkrankungen, malignen Lymphomen, und multiplem Myelom
  • Molekulare Hämatopoese, Mechanismen der Leukämogenese
  • Tumorimmunologie
  • Molekulare Biologie von Krebserkrankungen
  • Klinische Forschung (klinischen Studien)

Ergebnisse aus den Forschungsbereichen wurden und werden jedes Jahr in hochrangigen Zeitschriften veröffentlicht (Publikationen).

Die Klinik verfügt über ein Budget für Forschung und Lehre. Hierbei handelt es sich um Mittel des Landes Baden-Württemberg, die von der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm zur Verfügung gestellt werden. Zum größten Teil sind unsere wissenschaftlichen Projekte gefördert durch: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Deutsche Krebshilfe, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Europäische Kommission, Else Kröner-Fresenius-Stiftung, Wilhelm Sander-Stiftung, sowie die Biotechnologische und Pharmazeutische Industrie.

WissenschaftlerInnen der Klinik koordinieren oder sind beteiligt an zahlreichen Forschungsprogrammen und Wissenschaftsverbünden, u.a.:

  • Netzwerk der Onkologischen Spitzenzentren – Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU) (gefördert durch die Deutsche Krebshilfe)
  • Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) – NCT-SüdWest (CCC-Tübingen/Stuttgart + CCCU) (gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, BMBF)
  • Sonderforschungsbereich SFB 1074 „Experimentelle Modelle und Klinische Translation bei Leukämien“ (DFG-gefördert)
  • Forschergruppe FOR 2764 “Aging-Related Epigenetic Remodeling in Acute Myeloid Leukemia” (DFG-gefördert)
  • NGFN-Plus – Nationales Genom Netzwerk (Deutsche Krebshilfe-gefördert)
  • Else Kröner-Fresenius-Kolleg „Development and Implementation of Predictive Models for Realisation of Personalized Tumor Therapy “
  • HARMONY – Healthcare Alliance for Resourceful Medicines Offensive against Neoplasms in Hematology (EU-gefördert)
  • European LeukemiaNet (ELN)

Das akkreditierte Labor für Zytogenetische und Molekulare Diagnostik (Leitung:  Prof.  Dr.  Konstanze  Döhner)  genießt  national  und  international hohes Ansehen, es ist Referenzlabor für die genetische  Diagnostik im Rahmen zahlreicher Studiengruppen, u.a. für die  Deutsch-Österreichische AML Studiengruppe (AMLSG), die Deutsche Studiengruppe Myeloproliferative Neoplasien (GSG-MPN), die Deutsche CLL Studiengruppe (DCLLSG) (Leitung: Prof. Stephan Stilgenbauer) und die Deutsche Studiengruppe Multiples Myelom (DSMM) (Leitung: Dr. Miriam Kull).

Die Studienzentrale der Klinik koordiniert alle Aktivitäten zur Durchführung von Therapiestudien der Phasen I bis IV. Sie ist gleichzeitig Studienzentrale der AMLSG und GSG-MPN.

Studentische Lehre und Postgraduierten-Ausbildung

Die Klinik für Innere Medizin III kommt in vielfältiger Weise ihren universitären Ausbildungs- und Lehrverpflichtungen nach. Neben Vorlesungen und Seminaren werden verschiedene Praktika und patientenbezogene Lehrveranstaltungen (Bedside-Teaching) angeboten. Die wissenschaftlichen MitarbeiterInnen unserer Klinik betreuen eine Vielzahl von Doktoranden in Medizin und Molekularer Medizin.

Unsere MitarbeiterInnen sind maßgeblich beteiligt am Master Online Studiengang „Advanced Oncology“, ein Online Studiengang der Medizinischen Fakultät und des Comprehensive Cancer Center Ulm. Im Jahr 2013 wurde mit der European School of Oncology (ESO) ein weiteres E-Learning Program initiiert, das „Competence Certificate in Lymphoma“, ein einjähriges Fortbildungsprogram zur Biologie und Klinik maligner Lymphome.